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Beitrag von Arcados am Mi Jun 28, 2017 1:21 am

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Zweifel

Beitrag von Aurin Phönixfeuer am So Jul 02, 2017 10:10 am

Da war sie wieder, Die Angst, die langsam in Aurins Gedanken kroch wie ein ekelhaft schwarzer triefender Schatten.
Schweigend saß Aurin auf einem Stein nahe des Lagers. Asrana war vor gut einer Stunde endlich zu Bett gegangen und nun saß sie dort, allein, nur mit ihren rasenden Gedanken.
Langsam machte sich wieder der Zweifel in ihr breit. Warum waren sie hier? War es richtig Asrana in so eine Gefahr zu bringen, was wäre wenn sie sterben würde? Was sollte sie ihren Eltern erzählen. War nicht eh schon alles verloren? War sie überbaut eine Hilfe? Waren ihre Fähigkeiten ausreichend für diesen Höllenritt?
Ihr blick huschte über die nun still daliegende ebene, wenn man das Permanente Donnern der Blitze am Himmel, die Schmerzensschreie und das Gestöhne der Verletzten und die Dämonenschreie in der Ferne als Still betiteln wollte. Hilflos, so konnte man ihre Lage gerade beschreiben. Für das hier war sie doch Ausgebildet worden, für das hier war sie durch die Hölle ihrer Ausbildung gegangen, für das hier... nein.... Eine ihrer Hände wanderte in einen ihrer Beutel, er war so gut verschlossen das sie zuerst einige weile an dem Verschluss fummeln musste, doch dann zog sie eine kleine etwas milchige, durchsichtige Kugel hervor, sie betrachtete sie. Langsam führte sie die Kugel an ihre Lippen und hauchte auf die kleine Kugel die gut in ihre Handlärche passte. Ein sachter Schimmer legte sich über die Kugel und darin begannen Bilder zu entstehen.
Von außen schwer zu sehen, waren sie für Aurin wohl doch klar. Bilder von Asrana als sie noch jünger waren, Bilder von Fremden Menschen, Bilder von Kindern aus dem Waisenheus, Bilder ihrer Eltern, eines älteren Mannes mit Braunem Haar und einer Hochelfe mit strengem aber doch liebevollen Augen. Aurin starrte auf die Kugel und all die Erinnerungen an so weit weit entfernte, längst vergangene Tage kamen in ihr hoch. Dann kamen sie, die Tränen. Stumm und ohne einen laut rannen sie in Sturzbächen die Wangen hinunter und tränkten den Verband den Aurin noch trug.
Sie senkte den Kopf und gab sich ganz ihrem Kummer, ihrer Trauer, ihrer Wut und ihrer Angst hin, ihr war egal wer sie sehen würde, all das leid der letzten Wochen brach über sie herein und die Tränen taten gut. Sie war weit davon entfernt jemals so eine gute Waldläuferin zu werden wie ihre Meisterin, sie wusste das sie niemals die Größe einer ihrer Vorgänger erreichen würde, sie wusste, das sie vielleicht niemals zurückkehren würde, aber das war ihr egal.
In der Kugel tauchte das Gesicht eines kleinen Menschen Mädchens auf. Sie hatte feuerrotes Haar und sie lächelte mit einem wunderbaren Lächeln. „Wenn ich groß bin, will ich auch eine Waldläuferin werden. Damit ich auch mein Zuhause verteidigen kann, so wie du.“ Die Worte waren kaum hörbar, vermutlich nur für Personen die gerade nahe genug dran waren, auch würde in dem Moment für die Vorbeigehenden, die Aurin in diesem Moment genug Aufmerksamkeit schenken würden gewahr, das die Elfe aussah wie vom Donner gerührt.
Stillschweigend saß sie da, immer noch rannen die Tränen still über das Gesicht, doch die Worte schienen in ihren Ohren nach zu hallen, wie Donnergrollen.
Das war es... darum war sie die Ausbildung eingegangen, darum war sie hier, darum war sie auf der Rotwehr und in Goldenweiden gewesen. Für das Morgen, um zu sehen wie das kleine Mädchen aus dem Waisenheus irgendwann mal erwachsen werden würde, um zu sehen wie Asrana irgendwann Erzmagierin werden würde, Heiraten und Kinder bekommen würde, um sehen und zu erleben wie der Morgen aussehen würde... ja um noch so viele Wunderbare Dinge zu sehen und zu erleben in dem Wissen das sie ein Teil war der dazu beigetragen hat.
Sie legte die kleine Kugel an ihre Stirn und aus den Tränen der Trauer, wurden Tränen der Erlösung. Wohl sah man in dieser Nacht die Elfe noch eine ganze Weile dort auf dem Stein hocken, jedoch viel aufrechter als sie es vorher tat.


Zuletzt von Aurin Phönixfeuer am Di Jul 04, 2017 11:28 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Wieso, weshalb, warum.

Beitrag von Tharvyn am So Jul 02, 2017 4:24 pm

Tharvyn verharrte eine geraume Weile auf dem kleinen Felsen in einigem Abstand zum Lazarett und den übrigen Truppen, auch nachdem Aurin Bellris' ihren Schild bereits ins Lazarett gebracht hatte. Immer wieder ließ er prüfend die rechte Schulter kreisen und zischte missmutig über die tiefe Wunde, welche die Teufelswache vermocht hatte, in sein Fleisch zu schlagen. Er würde nicht verbluten, nicht hier und nicht jetzt, dafür sorgte ein Festtagsmenü an vor dem kleinen Behelfslager ausgebreiteten Dämonen.

Was war eigentlich schiefgelaufen? Sie hatten doch ihre Späher bei Tag und bei Nacht und allen Tageszeiten dazwischen, so wenig man sie unter dem blitzenden Himmel auch erkennen mochte, die kontinuierlich an verschiedensten Flecken der Elune-verlassenen Küste unterwegs waren? Wenn diese keine Eilmeldung berichtet hatten, musste es schnell gegangen sein. Rasend schnell, so ruinenhaft wie sich der sogenannte "Teufelswall" vor ihm in seinen kläglichen Überresten erhob. Das mannigfaltige Arsenal der Legion bot, zumindest für solche Angriffe, nur wenig tatsächlich logische Schlussfolgerungen. Eines ihrer Schiffe, wahrscheinlich. Natürlich hatten die Illidari selbst ein solches gekapert und natürlich lag es prinzipiell in ihren Möglichkeiten, es erneut zu tun, die infernalen Bastionen der Lüfte sogar zu steuern und deren Waffen auf die Legion selbst zu richten.

Aber die Anstrengungen, die es gekostet hatte, die Teufelshammer zu verstehen und 'flugtauglich' zu machen, würden sich nicht nahtlos an der Küste reproduzieren lassen. Wenn sie allerdings dem Beschuss eines Legionsschiffs ausgesetzt waren, mussten sie schleunigst verschwinden. Am Himmel war nichts zu erkennen, aber das musste bei den Schiffen gar nichts heißen. Wie aus dem Nichts tauchten sie plötzlich auf und verschwanden genau so rasch wieder.

Tharvyn knurrte bei einem erneuten Versuch, die Gleve mit dem rechten Arm zu schwingen. Er brauchte mehr. Hier, jetzt, und sofort, und damit verschwand der Dämonenjäger in die Nebel der just geschlagenen Schlacht. Aber erst, nachdem er nochmal einen letzten 'Blick' auf das Lazarett geworfen hatte.
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An einem anderen Ort...

Beitrag von Astaria am Mo Jul 03, 2017 7:34 pm

Ein Raum aller stofflichen Welt so weit entrückt, wie er nur sein konnte. Finsternis umwaberte den Ort in einem Hauch, der an feine Gaze erinnern mochte. Beinah greifbar und doch so bar jeden Vergleichs schwebte er allgegenwärtig und unterband jeden Versuch, dem Raum Grenzen in Form und Farbe zu entringen.
Hier, an diesem Ort, an dem Zeit und Raum keine Bedeutung hatten, saß sie an einem düsteren Tisch, dessen Rand und Beine von grotesken, fratzenhaften Gesichtern geziert waren, entstellt, verdreht, entstehend und wieder verblassend, nur um darauf in neuerlicher grausiger Form wieder zu entstehen und aus verzerrten Mündern in klangloser Pein die Qual von Äonen zu schreien gleich einem wiederkehrenden Crescendo ewig währender Agonie.

Schlank und grazil hob sich die Kontur der Gestalt aus der wabernden Gaze. Humanoid oder gar menschlich war ihre Form, wenngleich das unterkühlte hellblaue Antlitz und die dem Höllenfeuer selbst gleichenden flammenden Augen jeden Hauch von Menschlichkeit vermissen ließen und die Unwirklichkeit ihrer Erscheinung jene als das offenbarte, was sie war: Eine bedeutungslose Spielerei. Eine von zahllosen Formen räumlicher Begrenzung des unermesslichen Selbst, willkürlich gewählt nach Zweck und Belieben.

Die glühenden Augen in dem von blau-schwarzem Haar umrahmten Gesicht der Gestalt blickten in eine gläserne Kugel, die auf dem Tisch in der halbkugelförmigen Vertiefung von etwas lag, das an den halbierten Schädel eines niederen Dämons erinnern mochte, und in deren Innerem wie auf unsichtbaren Befehl hin Bilder erschienen, einige Zeit verweilten und wieder verblassten, um dem nächsten zu weichen. Bilder eines weit entfernten Ortes, einer Welt den Ketten der Ordnung aus Dimensionen und Formen unterworfen.

Aufrecht und die schlanken, feingliedrigen Hände im Schoße übereinandergelegt beobachtete die Gestalt die entstehende Folge der Einblicke in die Welt der Sterblichen. Bildnisse verschiedener Orte, zumeist karg und öde, von dunklem Gestein, in denen die einzige Abwechslung verschiedenste Formen sich erhebender Ruinen waren; doch auch Abbilder von sich aus dieser Einöde erhebenden Festungen, belebt mit den in Fleisch gekleideten Seelen von Menschen, Elfen, Zwergen und all den anderen Rassen, die jener Welt ihren Wert gaben. Ihren Wert als Feld, das nun reif war, abgeerntet zu werden.

Das nächste Bild, das sich aus dem Nebel der Kugel erhob, zeigte zum Kampfe gerüstete Menschen und Elfen, begleitet von Untoten und einem dieser kleinen Wesen, die in jener Welt den Namen Gnom trugen. Die Truppe bahnte sich ihren Weg durch karges, lebloses Ödland gefolgt von einigen schwer beladenen Karren, deren Zugpferde sich über das schwarze Geröll mühten unter einem von dunklen Wolken verhangenen und mit grünen Blitzen durchzuckten Himmel.

Unsichtbarer Geheiß ließ den Blick der Kugel näher wandern, schweifte gemächlich und ohne Ziel über den ein oder anderen verschwitzten Streiter, verweilte gelegentlich einen Moment auf unbestimmtem Antlitz, verfolgt von den flammend roten Augen der grazilen Beobachterin, deren gefrorene Züge, so in ihnen ein Hauch von menschlicher Regung gelegen hätte, man wohl als vagen Hauch gelangweilter Erhabenheit beschrieben haben würde.

Für einen Moment verblieb das Auge durch die Sphären nun auf einer kleinen Gruppe, deren Erscheinungen als einziges etwas Altbekanntes, Vertrautes besaßen und es schien, als würde im unwirklichen Zwielicht das Höllenfeuer in den Augen der Gestalt für einen flüchtigen Moment ein wenig heller lodern.

Illidari.

Eine außergewöhnliche, eine amüsante kleine Art. Nie hatte es ein Volk gegeben, das so verloren in seiner Überheblichkeit und Arroganz war, wähnten sie sich immer noch als die gefährlichsten, die vernichtendsten Feinde, obgleich ihre Seelen längst gehandelt waren. Allein die Übereignung hatte noch nicht stattgefunden. Und das machte sie in gewisser Weise unterhaltsam.
Niemand vermochte zu sagen, wann der Dämon in ihnen obsiegen und sie in die feurige Umarmung der Legion fallen würden. Doch es würde geschehen. Bei jedem einzelnen.
Sie sah es ihnen nach, wenn sie bis zu diesem Tage ein paar niedere, schwächliche Diener vernichteten. Gar war es von einer Art Kurzweil, diesen in den Ketten ihres eigenen Schicksals längst gefangenen Seelen bei ihrem aussichtslosen Kampf zuzusehen, wissend, dass jede einzelne schon bald ihr gehören würde.

Das Bild verblasste im Nebel der Kugel, aus dem sich sodann ein neues formte, einige schwer gerüstete Männer und Frauen zeigend, geeint unter gleichem Banner und in gleichem Wams. Ein blonder Glaubenskrieger, daneben ein rotschöpfiges Weib, ebenso in voller Kampfesrüstung, umgeben von anderen ihresgleichen.

Ihr habt mir wohl gedient.
Ihr wisst es nicht. Doch Euer Scheitern, Eure törichten Entscheidungen, Eure Untätigkeit, Eure Ausflüchte; all Euer Versagen in all den Jahren. Niemand hätte es vermocht, Eure Anhänger mehr von Euch zu stoßen und jeden kümmerlichen Rest an Glaubwürdigkeit Eures erbärmlichen, kleinen Haufens auf ewig zu vernichten, sodass selbst die Jünger Eurer nutzlosen Kirche in Scharen fliehen.
Ihr habt mir wohl gedient. Und gewiss werdet Ihr es weiterhin tun, bis Verzweiflung Euch zu meiner Pforte führt.


Erneut wurden Wille und lautloser Befehl der zeitlosen Gestalt eins und wie beiläufig formte sich ein neuerliches Abbild gerahmt in Glas, zeigte die Antlitze weiterer Menschen. Doch trugen diese keine Rüstung, sondern waren in dunkle Roben gehüllt. Die kühlen, distanzierten Züge verblieben regungslos, doch das Feuer in ihren Augen loderte für einen Augenblick hell auf.

Hexenmeister. Abtrünnige, die die Unverfrorenheit besaßen, sich ihrer Diener zu bemächtigen. Diese niederen Wesen knechteten die Diener der Legion, unterwarfen sie ihrem Willen, versklavten sie und wagten es gar, sie gegen ihre Herren zu senden.
Für diesen Verrat würden sie bezahlen. Lange. Lange und qualvoll. An diesem Ort, an dem die Pein ewig war und die Zeit bedeutungslos war, würde sie sich sehr viel davon nehmen...


Der für die Beobachteten unsichtbare, jenseits ihres Seins existierende Blick aus ferner Sphäre neigte sich ein wenig, schickte sich an, ohne besonderes Ziel weiterzuschweifen über die in unnatürlicher Hitze marschierende Truppe, deren Schritte nun ob der Erschöpfung schwerer wurden. Nur um sofort darauf wieder zu erstarren.

Die Augen der grazilen Gestalt hafteten auf einer Person, die sie unter den anderen erblickt hatte; eine Präsenz, die ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Sie löste die feingliedrigen Finger voneinander und richtete sich in ihrem Sitz ein wenig auf, den gezeigten Mann fixierend, während ihre steinernen Züge erstmalig den nur zu erahnenden Hauch des Äquivalents eines Anflugs von Überraschung zeigte.

Du warst schon einmal hier...
Ich vergesse niemals ein Gesicht. Verzweiflung hieß der Pfad, der dich einst zu meiner Türe führte und Schmerz, Verlust und Furcht war dein Geleit.
Heute magst du es leugnen. Doch wir beide wissen es.
Ich öffnete die Pforte, hieß dich willkommen und für einen Augenblick waren wir uns nah.


Die schlanke Frauengestalt hob die zarte Hand und in einer Geste, in deren Sanftheit sich ein Hauch von Spott mischte, berührte sie sacht den Rand der gläsernen Kugel, als würde sie über die Wange des männlichen Abbildes streichen.

Aber du tratest nicht ein, wandtest dich vor deinem letzten Schritt ab. Und welch eine Gastgeberin wäre ich gewesen, hätte ich dir keine Wahl gelassen?

Doch was ist mit dir geschehen? Nur noch ein Schatten deiner selbst. Eine Maskerade dessen, was einst war, um zu verschleiern, was nun ist. Gebrochen von jenem, von dem du glaubtest, es würde dich stärken. Dem den Rücken gekehrt, von dem du so sehr überzeugt warst, es würde dich erretten.

Bald schon werden sich unsere Wege erneut kreuzen, wo weder Maske noch Schleier dir zu Hilfe gereichen. Und dort werden wir unsere Züge auf dem Spielbrett des Schicksals machen. Um die höchsten Einsätze: Die Seelen deiner Toten.


Einen Wimpernschlag später verblasste das Abbild in der Kugel und mit seinem Erlischen schmiegte sich der dunkle, wabernde Nebel um Tisch, Stuhl sowie die Gestalt und lässt sie mit der ewigen Finsternis verschmelzen, als beginne und ende jede Existenz an diesem Ort mit dem Geist und Willen seiner Bewohner.


Zuletzt von Astaria am Di Jul 04, 2017 4:17 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Erinnerungen

Beitrag von Sathar Grabbrecher am Di Jul 04, 2017 2:38 am

Stunde um Stunde verharrte er auf einem Vorsprung. Ohne auch nur einmal zu blinzeln, starrten die eisblauen Augen in die Höllengrüne Ferne. Keinerlei Bewegung war bei der Gestalt auszumachen. Einzig und allein der zerfledderte Umhang wehte sanft im Winde hin und her. Es schien als würde es ein Augenblick wie jeder anderer sein...Bis der Untote doch plötzlich die Augen schloss und sie für eine Weile nicht mehr öffnete:

"Ehre Reodrick...Es gibt nichts wichtigeres als die Ehre. Ein Kampf ohne Ehre ist schlimmer als der Tod...Verlierst du sie, verwirkst du dein Recht zu Leben...Blicke nach innen und suche deine Stärke, deine Bescheidenheit, deine Ehrlichkeit." Reodrick stand Hoch oben auf einem grasbewachsenen Hügel. Die Stimme des älteren Mannes schallte durch seinen Kopf.

"Ehre~" Wer durfte darüber entscheiden was Ehrenhaft ist und was nicht? Was war 'Ehre' überhaupt? Welcher Nutzwert lässt sich aus Gefühlen und Ehre wirklich ziehen?

Eine weitere Stimme erklang in seinen Gedanken...Nein viel mehr Schreie...Reodrick erkannte eine Kapelle um welche eine wilde Schlacht tobte. Tausende Untote überfluteten die Weiß gekleideten Streiter des Lichts, welche trotz der enormen Unterzahl standzuhalten schienen. Mitten im Getümmel sah er einen Todesritter am Boden liegen. Die Klinge wart ihm aus der Hand geschlagen und ein Paladin stand über ihn, die Waffe gehoben, bereit den Untoten hinzurichten. Seine Rüstung war vom dunklen Blut der Verdammten besudelt. Es schien als wäre das Ende für den Ritter gekommen, doch noch bevor der Champion des Lichts ihn vernichten konnte, krachte ein anderer Untoter, deutlich mächtiger Gepanzert als der am Boden liegende in die Seite des älteren Paladins und trieb ihn somit ein paar Meter weg. So erhob sich der Todesritter wieder und Reodrick konnte nun erkennen wer es war...Es war _Reodrick_ doch verändert _Sathar_...


Die Vision verschwand und Sathar fand sich in einem unendlichen Schwarz wieder.

"Sie dienen der Selbstbestätigung der Lebenden, damit sie sich "gut" fühlen...'Ruhm und Tapferkeit'...Diese Wörter werden benutzt um einen längst verlorenen Kampf wieder voran zu treiben. Doch es ist Egal was sie sich einreden, denn der Tod geht mit jedem Leben einher und der Untod mit jedem Tod. Je eher die Lebenden diese unumstößliche Tatsache erkennen, desto einfacher wird ihr Übergang sein."

Die Hände des Fürsten zitterten für einen kurzen moment und es schien als wollte er nach etwas greifen...Er behielt die Augen geschlossen und lauschte nur weiter den Worten welche durch seine Gedanken schossen...


So war er wieder auf dem Schlachtfeld und stand genau hinter dem Paladin, welcher ihn davor hat zu Boden geschlagen. Jener war weiterhin damit beschäftigt mit dem anderen Untoten zu kämpfen. Sathar verharrte für einen Augenblick welcher einem Atemzug gleichte. "Ehre~" entfleuchte seiner staubtrockenen Kehle. So umklammerte er sein Runenschwert und stach gen Rücken des Paladins. Wenngleich die Rüstung durch das Licht gesegnet war, hatte sie der Runenschneide nichts entgegenzusetzen. Die Klinge durchbrach den Körper des alten Mannes und kam auf der anderen Seite wieder heraus. Röchelnd, seine letzten Atemzüge machend, sank der Paladin zu Boden. Im selbigen moment hörte er einige Meter neben sich einen lauten Schrei...Voller Wut und Hass. Sathar blickte jedoch nur weiter auf den Sterbenden Körper seines Feindes...Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor bis er schließlich doch das Haupt wendete und den Jungen Mann sah, welcher über das Schlachtfeld schrie und genau auf ihn zukam...

"...Wir wachsen durch eben ihre Schwächen. Doppelmoral kann nicht "getilgt" werden. Abneigung kann nicht "geheilt" oder "besänftigt" werden. Habgier nicht "beseitigt" und Wut nicht "auskuriert". Wir sind die Verkörperung all jener Dinge und dennoch gibt es nach wie vor Narren, die glauben, der Untot könne besiegt und vollständig ausgelöscht werden. Solange die begehrenswerteste Sünde der Lebenden unser Banner ist, wird der Strom derer, die sich unter unserem Willen zusammenrotten, niemals abreißen."


Sathar drehte sich mit weiterhin geschlossenen Augen auf der Stelle um als würde er 'Etwas' oder 'Jemanden' suchen, ehe sein Kopf beinahe wie benommen nach unten sank. Die Stimme verstummte nicht und schallte weiter durch sein Haupt.

"Die Attribute der Lebenden stehen alle synonym für fatale Makel: Hoffnung bedeutet Dogma, Rechtschaffenheit entspricht Fanatismus und Leben heißt Mitleid."

Die Stimme erklang noch ein letztes mal...

"Der Tod geht mit jedem Leben einher..."

Mehr hatte man von der Stimme nicht zu erwarten und so hob der Fürst das Haupt. Mit sich langsam öffneten Augen sprach er:

"Und der Untod mit jedem Tod. Je eher die Lebenden diese unumstößliche Tatsache erkennen, desto einfacher wird ihr Übergang sein." Er wandte sich von dem Vorsprung ab und stapfte zurück ins Lager. Das Augenpaar glitt kurz durch die Reihen der Streiter bis es am Kommandanten der Silbernen Hand hängen blieb. Ein kurzes, undeutbares Grollen war zu vernehmen...


Zuletzt von Sathar Grabbrecher am Di Jul 04, 2017 2:03 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Von Zwietracht und Verachtung

Beitrag von Ranem am Di Jul 04, 2017 10:45 am

Die Hitze war unerträglich. Der beißende Gestank von Schwefel, von Verderbnis, von Tod und Verwesung brannte in der Lunge, bei jedem Atemzug. Düster und schwer hingen die dichten Wolken am Himmel, verdeckten jede kleinste Ahnung auf einen freundlicheren Anblick in Form eines Sternes oder gar der Sonne. Teufelsgrüne Nebelschwaden und gleichfarbige, undefinierbare Schlieren zogen vereinzelt über den kleinen Posten hinweg, grüne Blitze zuckten zwischen den schwarzen Wolken in der Ferne über den Horizont, die weite, zerklüftete Ödnis der verheerten Küste in ein flimmerndes, flackerndes Lichtermeer aus Grauen hüllend. Dumpfes Grollen drang bis tief in das Ohr, dröhnte in den Köpfen der Soldaten und nicht selten schwang die Frage mit, ob es sich nur um gewöhnlichen Donner, oder einen herannahenden, mächtigen Dämon handelte.

Der Paladin hustete. Gepresst und unterdrückt war das Geräusch, begleitet von einem rauchigen Keuchen aus den Tiefen seiner Brust. Die Backenzähne fest aufeinandergebissen, die Gesichtszüge angespannt und vom Schweiß glänzend durchnässt, lehnte er an einer harten, unebenen Klippenwand ein Stück abseits, im Innern des Postens. Für einige Minuten hatte er sich erlaubt, ein paar Teile seiner Rüstung abzulegen, die nun neben ihm gestapelt lagen, verunreinigt und verdreckt auf jedem Milimeter. Seine Hand ruhte, die Fingerkuppen angespannt aufgedrückt, mittig auf seiner Brust, die silberne Kette, die den Wappenanhänger seines Ordens trug, verlief lose zwischen seinen Fingergliedern hindurch. Sachtes, goldenes Schimmern floss in einem sanften, Linderung verschaffenden Fluss aus kleinen Funken um seine Handfläche. Sein Brustkorb schmerzte. Mit jedem Atemzug, den er nahm, kroch der stechende Schmerz geprellter Knochen und überlasteter Lungen durch seinen Leib, nistete sich dort ein und ließ sich, gleich was er auch tat, nicht mehr vertreiben. Das kratzige, belegte Gefühl, das ihn zum Husten und zum Luft ringen zwang, wurde zum allgegenwärtigen Begleiter.
Aus nur halb geöffneten Lidern ließ der erschöpfte Glaubenskrieger seinen Blick hinabwandern, über das rissige, von Staub, Leichen, Kratern und grünen Flammen überzogene Land, bishin zum Pfad, der zu ihrem Posten hinaufführte. Die Kanonen, die Katapulte, die Ballisten. Kriegsgerät, das sie nur wenige Stunden vorher aus den Ruinen des Teufelswalles hatten bergen können. Sein Augenmerk blieb an einer Hand voll Gestalten hängen, die unweit des Ausganges wachend verweilten. Schwer gerüstet, sich in ihrem dunklen, düsteren Saronit kaum von ihrem Umfeld abhebten, gar unterschieden. Ritter der schwarzen Klinge. Acastus Lichfluch. Sathar Grabbrecher.
Valesthys Lebensbann.
Das Licht an seiner Hand erlosch. Die grauenhafte, Abscheu erregende Szenerie, die sich jüngst in den Ruinen abgespielt hatte, schoss dem Paladin wieder vor das verschwommene Auge, deutlicher, als es erträglich war. Die nachtelfische Todesritterin, hockend über einem Leichnam, die Zähne in das tote, verrottende Fleisch schlagend. Er hörte die knirschenden, schmatzenden Geräusche in seinem Ohr, hörte sich selbst ihren Namen brüllen, seine Stimme von Verachtung, von Hass geschwängert, sah ihr von verfaulendem Fleisch besudeltes Gesicht, als sie zu ihm herüberstarrte, hörte das ghulhafte Gurgeln aus ihrer Kehle.
Ranem bleckte die Zähne. Eine neuerliche Woge aus Abscheu drohte ihn zu überrollen, kochender, sengender Zorn, der seine Hand um den neben ihm liegenden Schwertgriff knirschend zur Faust ballen ließ. Alles in ihm schrie nach Vergeltung, zerrte und rüttelte an seinen Prinzipien, an seinem Kodex, an seinem Glauben. Er sah Illidari Tharvyn vor seinem inneren Auge, wutentbrannt auf ihn zustürmen, jede Sekunde nur kurz davor, seine klauenbesetzten Finger an den Hals des Paladins zu legen und zuzudrücken. Er hörte Dame Elyshabeths Stimme: „Ihr tut, was ihr könnt. Ich tue, was ich kann.“

Zügle dich!

Wie eine heiße Klinge schnitt der Befehl an sich selbst durch den Geist des Paladins. Wie kontrollierende Ketten legte er sich um seine Arme, um seinen Oberkörper, um seine Seele. Der beißende, vergeltende Zorn stockte, fesselte für lange, zehrende Sekunden harsche Anspannung auf der Muskulatur, bis sie Stück für Stück, begleitet von der Wut, vom Hass, zu verrauchen begann und dumpfe, erschöpfte Leere zurückließ.
Es hätte eskalieren können. Die Glaubensschwestern, die in ihrem Wirken keine Rücksicht auf ihre unliebsamen, verhassten Verbündeten genommen hatten. Die Aufruhr, der Zorn des Illidari und der Todesritterin darüber. Die aufkochende Diskussion mitten im Feindgebiet, die nur mit bloßer, unterdrückender Befehlsgewalt in diesem Moment zu kontrollieren war.

Licht, steh uns bei. Hilf uns, die Kontrolle zu wahren. Verlasse uns nicht im Angesicht unserer Sünde, mit diesen Kreaturen Seite an Seite zu stehen. Wir haben keine Wahl. Niemand von uns.

Der Paladin schnaubte die trockene Luft aus und begann, sich an der Klippenwand aufzurappeln. Genug davon. Jedem hier war bewusst, dass es nur ein Zweckbündnis war. Ein notwendiges Übel, gegen einen gemeinsamen, mächtigen Feind. Wenn sie hier nicht zusammenstanden, war ihre Welt verloren – und mit dem Untergang, mit der höllischen Apokalypse, wäre sowohl jeder Zwist, als auch jede Freundschaft endgültig dahin.
Es nützte nichts.
Während er seine Rüstteile vom Boden aufsammelte und begann, sie sich Stück für Stück wieder anzulegen, spuckte er knapp Dreck und Staub zur Seite aus und zurrte die Schnallen seiner Brustplatten wieder zu. Der Tag der Vergeltung würde kommen. Nicht heute, nicht morgen. Aber er würde kommen. Die aktuelle Lage konnte so nicht stehen gelassen werden. Die Eskalation durfte nicht frühzeitig geschehen. Weder auf ihrer, noch auf deren Seite. Und es stand in seiner Mitverantwortung, dafür zu sorgen.

Ein letzter, kalter Blick traf den Rücken der Todesritter, glitt über die gerüsteten Gestalten herüber zu den Berobten, den Hexenmeistern. Mit einem Kopfschütteln stieß sich Ranem von der Klippenwand ab, packte den Griff seines Zweihänders und ließ die gesegnete, lichtgeschmiedete Waffe unter einem scharrenden Geräusch zurück in ihre Halterung gleiten, bevor er sich einen Ruck gab und die Gesellschaft seiner Ordensgeschwister suchte.

Der Tag wird kommen.
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Zwiegespräche

Beitrag von Tharvyn am Di Jul 04, 2017 12:13 pm

Tharvyn kratzte immer wieder an dem Felsen, der seinem Lager ein notdürftiges, fledermausgeschütztes Obdach bot, aber nicht einmal das elendige Geräusch der Krallen, die über Stein fuhren, schien Sáevire gerade zu stören. Er war wieder auf den Beinen, aber er war wahrscheinlich nur halb so kampftauglich, wie er vorgab, zu sein. Sie hatten selbst die ihnen so eigene, minimalistische Kommunikationsweise auf die Spitze getrieben, denn mehr als ein "Decke" ließ der Halbelf nicht verlauten, dann ließ er sich auch schon auf die Schlafmatte des Dämonenjägers fallen, ohne eine weitere Antwort von sich zu geben. Nicht einmal das Kratzen weckte ihn, und damit war Tharvyn mit seinen Gedanken alleine. Fast.

"Sie fallen dir in den Rücken."

Dieser grelle Blitz. Zweimal. Das Gefühl, von innen zu Brennen. Er wusste, was er war. Sie alle wussten, was er war. Sie wussten es nicht seit gestern. Bei dieser Burg fühlte er sich beflissen zu erklären, wieso man ihn nicht heilen sollte. Nicht so, wie sie ihre Leute heilten. Er konnte sich ihre Blicke bildlich vorstellen, dazu musste er sie nicht einmal ansehen. Es interessierte sie nicht. Es gab Schmerzen, auf die er definitiv verzichten konnte; sie führten zu nichts außer dem überbordenden Drang, dem nächsten Lichtlakaien beide Gleven in die Brust zu stoßen. Einem nach dem anderen.

"Drück ihnen die Kehle zu. Lausche, wie sie röcheln. Genieße es. Sie haben es verdient und du weißt es."

Der Dämonenjäger knirschte mit den Zähnen. Sáevire war auch ohne explizite Aufforderung nicht von seiner rechten Seite gewichen. Kein einziges Mal, bis er ihn von sich gezischt hatte. Kein einziges Mal.

"Er wird es auch."

Dann wurden ihm die Leichen bewusst. Wie sie da lagen. Einer wie der andere, mit aufgeschlitzter Kehle und zerstörten Runen. Geschändet. Tharvyn spürte, wie er innerlich kochte. Wieder und wieder blitzte gleißendes Licht vor ihm auf. Wieder lagen tote Illidari vor ihm ausgebreitet. War das wirklich das Werk der Legion? Die Gedanken nagten so unerträglich laut.

"Sie wird es auch. Alle."


Zuletzt von Tharvyn am Di Jul 04, 2017 12:14 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Wut und Zwiespalt

Beitrag von Aurin Phönixfeuer am Di Jul 04, 2017 12:14 pm

Aurin wusste nicht, wie viele Stunden sie geschlafen hatte, jedoch hatte sich, nach den Strapazen des gestrigen Tages eine gewisse Erholung eingeschlichen. Ihre Kopfschmerzen waren verklungen und auch das bleierne Gefühl der Kraftlosigkeit war vergangen.
Nun stand sie, bereits seid 3 Stunden auf ihrem Wachposten an der Klippe, nahe des Paladinlagers und hielt Ausschau. Immer wieder zuckten ihre Ohren nach hinten als sie im Lager unter sich die Geräusche vernahm.
Sie bemerkte wie ihr Blick lange auf Ranem, der durch das Lager schritt hängen blieb und sie ertappte sich dabei, wie sie anfing ihm zu Zürnen.
Warum sorgten die Paladine nicht für Ordnung? Warum ließen sie zu, das ihre eigenen Leute unsere wichtigsten Verbündeten, die Illidari mutwillig mit ihrem Licht bombardierten. Warum konnte Sie selbst Tharvyn vertrauen und Ranem nicht, warum konnte Bellris Tharvyn vertrauen und er nicht! Als der Zorn begann so laut zu werden, das sie ihre eigentliche Aufgabe, das Wache halten, vollkommen vergaß, rief sie sich zur Räson. „Du bist nicht er“ erklang eine kleine Stimme in ihrem Kopf, weit weit hinter den brüllenden Gedanken.
Ja, richtig, sie war nicht Ranem, sie war auch nicht Caverios, sie war keiner von ihnen und dennoch,  saß der Ärger tief. Ihre Gedanken huschten zu dem Gespräch mit Asrana und Tharvyn, Tharvyn Wut und eher noch die Enttäuschung die ihn so weit brachten, das er und die Illidati gehen wollten, die Truppe verlassen wollten, weil sie nicht sterben wollten, durch den Hass der Paladine und Priester.

„Ihr tut, was ihr könnt. Ich tue, was ich kann.“
„Entweder Sie oder Ich“


Wütend schlug sie mit der geballten Faust seitlich gegen den Fels auf dem Sie stand.
„Elender Kodomist" Fluchte sie leise.
Sie fühlte sich so hin und hergerissen. Tharvyn war ein Freund, er war ihr wichtig, auch wenn sie selbst diesen seltsamen Drang die Dinge in seinen Augen richtig zu machen nicht verstand. Ihre Hand wanderte auf ihren Kopf. Sie wollte ihm gefallen, Dinge richtig machen, wie sie auch damals ihrer Mentorin gefallen wollte und die Dinge so tun, wie sie getan werden mussten.
Jeder aus der Truppe konnte Stundenlang darüber lamentieren, das man doch zusammenhalten musste, das man doch seine Zwistigkeiten ablegen musste, aber für diese elenden Scharlachroten galt das wohl nicht, oder für die Priester und Paladine des Trosses? „Heuchler“ knurrte sie leise.
Plötzlich hörte sie hinter sich das klackern von Krallen auf dem Steinigen Untergrund und das leise, fast lautlose rascheln von Federn.
„Na mein Schatz? Machst du dir sorgen?“ Der große weiße Greif erschien ein Stück unter ihr, so das sein Massiger Kopf direkt auf Aurins Kopfhöhe war. Leise klapperte Golgarie mit dem Schnabel und stupste Aurin an. Diese beugte sich zu ihm und legte die Stirn an die des Greifen und schloss für einen Moment die Augen. Ein Stummes Zwiegespräch begann, an dessen ende Golgairie sich neben seine Herrin legte und mit ihr in die Ferne der toten Einöde blickte.
Morgen würde es sich zeigen. Sie würden versuchen Tharvyns Weggang zu verhindern, zu versuchen das Übel was dieser Weggang mit sich brachte zu verhindern. Zu verhindern das die besten verbündeten die dieser Feldzug hatte nicht wegfielen und so vielleicht der ganze Zug zum scheitern verurteilt war.
Ja, Morgen.
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Re: Geschichten der Front

Beitrag von Kraigh am Mi Jul 12, 2017 11:53 am

„Greife nach der Macht.“
flüstert die Stimme. Diese elende Stimme in seinem Kopf. Jedes verdammte mal wenn er die Augen schließt und versucht sich etwas auszuruhen. Jedes verdammte mal wenn er seine Gedanken schweifen lässt. Er schnaubt leise, was Sarry, seiner Hippogryphendame, ein leises Krächzen entlockt. „Entschuldige, hübsche. Es ist nichts.“ Spricht Kraigh beruhigend auf sie ein. Wie so oft sitzt er an ihrer Gesunden Seite gelehnt an ihrem Lagerplatz unter der Klippe direkt an der Wand, was ihm ein guten Blick über das Lager ermöglicht, dank seiner leicht erhöhten Position.
„Greife nach der Macht.“
wispert die Stimme abermals. Der Halbelf atmet tief durch, setzt sich aufrecht hin und zieht seine Beine zu einem Schneidersitz zusammen, die branntvernarbten Hände locker in den Schoß gelegt. Dann beginnt er kontrolliert langsam und tief zu Atmen, alles andere um ihn herum ausblendend. „Greife nach…“ ertönt die Stimme abermals, doch mit einem Gedanken wischt er sie einfach beiseite. „Ich lasse mich nicht Verlocken. Mein Wille ist Eisern.“ Erwiedert er in Gedanken. Dann atmet er tief ein und aus. „Ich lasse mich nicht in Selbstzweifel ziehen, in meinem innerne herscht frieden.“ Fügt er hinzu. Wieder atmet er tief ein und aus. „Niemand wird zwischen mir und meinen Zielen stehen bleiben.“. Er öffnet die Augen, atmet wieder tief durch und blickt auch seine Hände, alles andere nach wie vor ausgeblendet. Wärend die Handflächen nach oben zeigen. Mit einen Konzentrierten Gedanken und einem knappen Spruch bildet sich eine kleine Flamme über den Handflächen. Und mit dieser Flamme entzündet sich auch etwas in seinem inneren. „Ich suche nicht nach Kräften um ihrer Macht willen.“ spricht er weiter in seinen Inneren. Dann lässt er die Magie los, die flamme erlischt und er lehnt sich wieder locker an Sarry. „Ich lasse mich nicht unterkriegen.“ Raunt er leise, und Sarry gibt ein leises Krächzen von sich. Ein weiterer Tag im Kriegsgebiet. Ein weiterer Tag voller Verlockungen. Ein weiterer Tag an dem er den inneren Kampf gewonnen hat.
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Blubbernder Dampf

Beitrag von Denissaryen am Do Jul 13, 2017 3:12 pm

Die Kaldorei ließ den Blick langsam - fast schon so langsam, dass man meinen könnte, sie wurde beobachtet und tat dies nur um den Eindruck zu erwecken, gelassen zu wirken - über den kleinen zusammengeschusterten Tisch auf dem ihr Alchemie Labor stand. So schief wie der Tisch selbst, drohte es schon beinahe jeden Moment auf den Boden zu fallen und mit einem gläsernen Klirren unbrauchbar zu werden, sofern sich der Tisch bewegen würde.
Sachte legte Denissayren ihre Hand auf dem Holz ab und legte ihre Augen auf den Brief. Wachzwang. Hier. Jetzt. Man mochte meinen, diese Leute hätten genug Material und vor allem Personal um es selbst her zu richten. Eine solche simple Sache noch dazu. Warum also?
Zur Sicherheit hatte sie die Dosis vier Mal überprüft und es dann verstaut.

Blubber!

Als das Wasser plötzlich derart siedete, dass sie es sogar in dem Glasbehälter hören konnte und der heiße Dampf hervor trat, riss die Frau ihre Körper herum und dimmte sie Flamme hektisch - doch nicht ziellos. "Bei Elune." Als ihr Herzschlag sich ebenso wie das Wasser wieder ein wenig beruhigten, nahm die Elfe auf dem Baumstamm platz, den sie als Sitzgelegenheit beschlagnahmt hatte. Dann betrachtete sie das Gebräu aus Heilkräutern vor sich - ob die Hitze die werdenden Heiltränke vernichtet hätte und atmete tief durch. Seid sie hier war, war sie nicht mehr sie Selbe. Diese Verderbnis... diese Hitze... diese andauernde Spannung im Lager zwischen dem nötigen Übel und rechtschaffenden Lichtdienern.... kein Wunder dass sie sich kaum konzentrieren konnte.
Ihre silbernen Augen wanderten zu dem kleinen, dreckigen Kästchen mit den Holzschalen, in denen sie die Salben gegen Verbrennungen, Verätzungen und sogar ein Phiole mit Blutungsstillendem Extrakt abgestellt hatte. Wenigstens konnte sie die Arbeit von der Ablenkung ablenken. Welch Ironie.
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Re: Geschichten der Front

Beitrag von Mithael am So Jul 16, 2017 2:38 am

Mithael schob den Zeltstoff des Lazarettzeltes aus dem Weg und trat hinaus in die die feuchtschwüle Nachtluft, eingerahmt von dunklen, selten grün aufblitzenden Wolken. Trotz des Schwefelgeruches atmete sie tief durch und schob schließlich die Hand in die Tasche, suchend, fühlend.

Der Blick der Druidin ging durch das Lager; blieb hier und dort auf kleineren Grüppchen hängen. Überall waren Verletzung und Hoffnungslosigkeit präsent. Hängende Schultern, Bandagen, leere Augen – überall das selbe Bild. Überall die selben bedrückten Gespräche. Ihr Blick suchte das Kommandozelt am Hügel oben, hing dort einen Moment lang. Schließlich aber riss sie den Blick los, wandte sich zur Seite und setzte die nackten Füße entlang des schmalen Grates, bis hintenüber zu dem kleinen Plateau.

Ihre Füße trugen sie zum Lager des Dämonenjägers hinüber; So fokussiert wie sie war, schon fast dabei sich vor das Lager zu knien, dass ihr die starke dämonische Präsenz erst auffiel, als sie sie von gleich neben dem Lager aus schlecht gelaunt anknurrte.
Überrascht sprang sie mit einem Satz zurück, und starrte mit großen Augen auf das dämonische Säblerding welches ihr den massigen Schädel zugewandt hatte und sie bedrohlich anknurrte. Sie erkannte das „Tier“ welches den Illidari begleitete – eine pervertierte Abart eines Kaldoreiischen Reittieres.
Sie probierte sich erneut daran, einen Schritt vorwärts zu tun um in die Knie zu gehen – doch je tiefer sie kam, desto mehr neigte das Ding den Schädel und desto aufdringlicher wurde das bösartige Geknurre.

„Beruhige dich, Kreatur. Ich will weder dir noch deinem Meister etwas tun. Für den Moment. Also Ruhe jetzt.“
Doch ihre Worte änderten genau….nichts. Das Knurren blieb, unverändert. Sie blickte auf das Ding in ihrer Hand und überlegte kurz, es einfach dorthin zu werfen – entschied sich dann aber doch dagegen.
Stattdessen nahm sie den Stab vom Rücken, balancierte das Kleinod vorsichtig auf dem breiten, unteren Stabende, nahm den Stab bei der Spitze und balancierte das Ende vorsichtig über das Lager. Es brauchte ganze vier Anläufe während derer sie durchgehend angefunkelt und angeknurrt wurde, bis es endlich nicht abstürzte, und es ihr gelang es ordentlich mittig auf dem Lager abzulegen. Noch weitere zwei Mal musste sie das Kunststück vollführen, bis sie endlich zufrieden war.

Es galt, die Moral zu heben – Stück für Stück.
Ein schokoladiger Schokoladenkeks war ein guter Anfang; Begleitet von einer halbvertrockneten Friedensblume und dekoriert mit einem getrockneten Pfirsich. Keine Nüsse – aber immerhin ein Anfang.
Und sogar der beschwerlichste Weg begann stets mit einem ersten Schritt.
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