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Beitrag von Astaria am Fr Jul 22, 2016 6:47 pm

Hier könnt Ihr Eure IC-Geschichten zum Angriff auf die Burg Rotwehr posten. Wobei es auch schön wäre, wenn man sie auch im Aldor-Forum sieht! :-)
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Feuer mit Feuer bekämpfen

Beitrag von Tharvyn am Sa Aug 13, 2016 8:01 pm

Eigentlich war es gar nicht so schlecht gelaufen. Wenn er ehrlich war, hätte es weitaus schlimmer sein können. Selbst die Blicke, die er spürte, hielten sich in Grenzen und einige Informationen hatten sie erhalten. Keine Unmengen, sicher, aber damit war auch nicht zu rechnen. Dieses "Rotkamm" war von strategischer Bedeutung, wie er und Beneris erfahren hatten, und grenzte im Osten an den Wald um die Stadt. Beneris würde es auf der Karte vermerken müssen. Die ganzen unbekannten Namen führten zu einem knappen Stirnrunzeln seinerseits. Es war logisch, dass jeder mit einer Selbstverständlichkeit diese aussprach, aber das half ihm bei der Zuordnung nur bedingt weiter. Rotkamm. Elwynn. Westfall. Sie lagen alle um Sturmwind herum. Außerdem nannten sie Tage nach Sonnen. Hatten die Vettern so einen Einfluss ausgeübt? Scheinbar. Die Mundwinkel des Nachtelfen zuckten flüchtig.

Es war eine ganze Weile her, seit er das letzte Mal Menschen erblickt hatte. Ihre Armeen waren im Dritten Krieg auf Kalimdor gewesen, aber seitdem? Unter Illidans Gefolgschaft befand sich kaum ein Mensch, wenn man von den Damen zur Belustigung der Truppen absah, die ihn nicht kümmerten. Sie waren sonderbar, nannten ihre Tage nach Sonnen und reichten ihm knapp über den Gürtel. So wie diese Bellris. Aber sie schienen erpicht darauf, ihm Licht zuteil werden zu lassen. Ob er sich darüber freuen sollte? Wahrscheinlich nicht.

Tharvyn reckte den Kopf etwas nach links und ließ den Wind durch die Haarsträhnen fegen. "Westfall" nannten sie diesen Landstrich, den er und Beneris gestern erreicht hatten bei ihrem Vorhaben, sich ortskundig zu machen. Truppen schienen allerorts ausgehoben zu werden, viele seiner Brüder und Schwestern waren unterwegs. Bedauerlicherweise war das letzte Gespräch weniger freundlich verlaufen. An der Burg am Waldesrand hatten sie von Kultisten erfahren, aber eine Anfrage, sich in Begleitung in der Burg kurz umzusehen, wurde verneint. Die Magierin bekundete, ebenfalls diesen Kirin Tor anzugehören, wie es auch Khadgar getan hatte. Ein Magierverbund, wie er herausgefunden hatte. Aber im Gegensatz zu Khadgar schien dieses Exemplar wenig kooperativ und versicherte, sie habe alles im Griff.

"Aber", sagte er leise zu Beneris, "im Endeffekt ändert es gar nichts. Wir wurden aus einem Grund freigelassen. Die Legion muss aufgehalten werden, ob mit ihrer Unterstützung, oder ohne." Beneris nickte, dann zogen beide erneut über die Hügel und erkundeten ihre Umgebung.
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Veronica am Mo Aug 15, 2016 9:58 am

Das Lager!

Sie war mit gereist und hatte einige interessante Gespräche geführt, sowie auch beim Bau der Feldküche geholfen. Nun hielt sie die Früh Wache wohl zusammen mit den anderen Todesrittern. Damit die Lebenden etwas Schlaf finden konnten.

"Was wohl die Tage noch kommen würde?" fragte man sich innerlich. "Aber eines weiß ich, ich werde meine Mitstreiter beschützen und diesen Dämonen den gar ausmachen."

Sie nickte und dachte sich: <Und mein versprechen und die Bitte von Jakob werde ich auch erfüllen. Ich habe nun mal mein Wort gegeben, mit ihm nach zu sehen ob seine Brüder noch leben. Zwei Fronten die ich zu bekämpfen habe.>

Sie sah sich um und schaut auch mal nach diesen drei äugigen Raben. Dann sah sie ins Lager und nickte für sich.

<Tod der Legion>, dachte sie sich.





Unser ist das Eis und der Tod!
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Herewald Altstein am Mo Aug 15, 2016 11:39 am

Noch bis zur 3. oder 4. Stunde des neuen Tages saßen Teile der Truppen gemeinsam um die Lagerfeuer oder in den Zelten und stimmten sich bei Bier, Wein und fröhlich-patriotischem Gesang auf den morgigen Marsch ein. Überall aus den Zeltblöcken qualmte der Feuerrauch in den nächtlichen Himmel über dem Holzfällerlager und auch der Gesang der Truppen war über das Lager hinweg zu hören. Die prasselnden Feuer, über denen nicht selten ein Kessel Suppe brütete oder gar Fleisch aufgespießt wurde, strahlten an die Zeltplanen und das Feldlager wurde in einen gemütlichen rot-orangen Farbton gehüllt. Patrouillen gingen durch die Gassen zwischen den Zelten und bewachten auch die Randgebiete nordwestlich des Holzfällerlagers. Es schien ruhig zu bleiben. Der an sonsten nächtlich dunkle Wald schlummerte. Nur das entfernte Rauschen des Baches legte sich über die Stille der Nacht. So war es merkwürdiger Weise immer vor einem Kampfe - Die Ruhe vor dem Sturm...

Herewald hatte sich auch bereits zurückgezogen. Im von Kohlenpfannen gewärmten Kommandozelt brütete er noch über Plankarten der Rotwehr und ihrer Umgebung. Taktikfiguren und kleine Banner standen auf der Karte. Es gab ihm ein Gefühl von Entschlossenheit und Mut, dass die meisten der aus Holz geschnitzen Figuren sein Banner trugen. Er würde Morgen 500 Steinmänner in den Kampf führen. Unbeugsam und standhaft wie eh und je. Er stand den Waffentruppen vor. Und vor wenigen Minuten war er von der Erbprinzessin Delia noch zum taktischen Berater gemacht worden. Doch war jeglicher Plan sinnlos bevor die Lage nicht ganz klar war. Es war nicht einmal sicher ob die Rotwehr überhaupt noch steht. Sicher war nur, dass jede Truppenart so efektiv wie möglich eingesetzt werden musste. Schritt für Schritt. Situation für Situation. Die Fußtruppen gegen riesige Dämonen in den Freitot rennen zu lassen, war ebenso hoffnungslos wie zu riskieren, dass ein Ansturm der Reiterei einfach wie Wasser auf kargen Fels brandete und man somit die wichtigste Waffe für einen Durschlag der Bresche der Legion riskiert.

Seine Hoffnung lag bei den Künsten der Magier und Schamanen. Kirin Tor würden kommen sagte man... Hoffentlich auch zum rechten Zeitpunkt. Er wusste, die geballte Kraft aller Völker und Arten der Allianz musste die Legion treffen. Einzelgänge und Aufteilungen waren keine Option. Doch ganz gleich wie die Chancen stehen, der Feind würde seinen eigenen Sturm nicht im Rotkamm aussitzen bis er an Langeweile erliegt. Würde Herewald nicht kämpfen, hätte er ohnehin schon verloren. Es gab also nur einen Weg. Und der führte geradewegs in den Kampf.

Herewald wandte sich vom Tisch ab. Seine Rüstung bereits auf einem Rüstungsständer abgelegt, sank er auf das Feldbett nieder und legte sich schließlich lang. Es dauerte nicht lange, bis seine Augen für den Rest der Nacht zu fielen. Vermutlich der letzte ruhige Schlaf für viele Nächte... vielleicht gar eines der letzten Male.
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Theresia Lankester am Mo Aug 15, 2016 3:55 pm

Kaum, dass hinter Theresia die Tür ins Schloss fiel, lehnte Sie sich einen Augenblick gegen das schlichte Holz, den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen zugehalten, bis Sie langgezogen ausatmete. Erst vor wenigen Minuten aus der Kathedrale zurückgekehrt, waren die Neuigkeiten regelrecht über Sie hereingebrochen wie ein Hammerschlag, der einen Schiefen Nagel geraderückte.  

Nicht nur Sturmwind war betroffen, es kamen zunehmend Meldungen von Angriffen aus allen Provinzen des Reiches. Und so wunderte es die Regentin wenig, als Sie das neueste Schreiben auf ihren Arbeitstisch fand, was drohend ihr ins Auge stach. Das Wappen von Löwenstein zierte das versiegelte Pergament, während Theresia zitternd ihre Handschuhe abstreifte um zögerlich nach dem Brief zu greifen.

Ihr Atem ging stockend, als Sie das Siegel zerbrach und die Zeilen las, Ihr Herz rutschte für einen Moment hinab, während sich die Priesterin langsam hinsetzte und den Kopf voller bedauern schüttelte. Ihre Worte echoten dabei wie ein Mahnmal in Ihr, und fühlten sich so an als würden Sie durch das gesamte Zimmer schallen.  „Das Haus Lankester steht stets zu seinem Wort und tritt für die Menschheit ein, im Namen des heiligen Lichtes“

Alles in ihr hatte gehofft, dass Sie mehr Zeit hatten, dass die Rotwehr länger standhielt, aber wenn die Rotwehr fällt, würde auch Rotkamm fallen, und somit auch Darowan. Es war ihre Pflicht das zu verhindern, im Namen allen was Ihr Heilig war, musste Sie stark sein. Und trotzdem zitterte Sie am ganzen Leib, vor Furcht, als sie realisierte das sie das erste Mal eine Schlacht betreten müsse, um Männer in den Krieg zu führen, welche ein Groß aller vermutlich nicht überleben würden.

Langsam zerknüllte sie das Pergament und presste die Lippen aufeinander, versucht um Ruhe, doch brachen die Worte regelrecht aus Ihr hervor. “Vater“ flehte Sie leise. „Hilf mir, hilf mir stark zu sein, hilf mir doch bitte, nimm mir diese Last ab, ich kann Sie nicht tragen!“ wobei ihr Blick dabei ängstlich auf das Wappen fiel, was da thronend über den Kaminsims im Arbeitszimmer seiner Hochwürden stand, das Wappen des Hauses. „Esarus thar´ no Darador, in Blut und Ehre dienen wir“, las Sie von den Wappen ab, und wiederholte die Worte noch einmal, wobei Sie an all jene dachte, die Sie in den so gut wie sicheren Tod führen musste, einmal mehr, wenn es nur um Ihr Leben gegangen wäre, wäre es ihr – hoffte Sie – leichter gefallen als dass was Sie jetzt tun musste. Sie zwang sich regelrecht den Brief wieder ins Auge zu fassen und die Zeilen zu lesen, die um ihren Beistand ersuchten, um den Beistand des Hauses.

„Und wir ..werden folgen“ raunte Sie leise, in einer endgültigen Ergebenheit. “Im Namen des heiligen Lichts. Ihr war regelrecht schlecht, als Sie nach einer kleinen Glocke neben sich griff, und diese bimmeln ließ, woraufhin Willace eintrat und den Blick fragend hob, ehe er ergeben sprach. „Stets zu diensten, euer Hochwürden“. Theresia fasste ihren gesamten Mut und erhob sich, während Sie Willace fest in die Augen sah, und hoffte, das ihre Stimme nicht versagte dabei.

„Beruft Sir van Doit nach Sturmwind, schreibt ihn noch heute, er wird mein Vertreter sein, und entsendet ein Schreiben an Sir Lichtschwur und seine 150 Lanzen, wir werden nach Rotwehr marschieren, und dieser dunklen Brut Einhalt gebieten, von zwei Seiten das Königreich anzugreifen. Ab heute befindet sich das Haus Lankester..offiziel im Krieg!“

Willace öffnete den Mund, schloss ihn aber wieder, und neigte schlicht das Haupt.“Wie eure Hochwürden befiehlt“  Später am Tag, wurden die Fahnen mit den Wappen des Hauses Lankester auf Halbmast gesenkt, als Zeichen das die letzte Lankester Sturmwind verließ, und dafür das Wappen von Sturmwind und der Allianz gehisst, sowie das Wappen des kleinen Rittergeschlechtes van Doit, der aufgeschnittene Fisch, auf grünen Grund, in den Himmel thronte.

Die Heerschau begann! Und der Krieg war unvermeintlichen, für die Liebe, für das Wohl der Kinder, für das heilige Licht und für die Allianz! Und so wanderten 150 Lanzen, angeführt von Sir Lichtschwur und der Lady Regentin, Theresia Lankester, nach Rotwehr, zur Verteidigung derjenigen, derer sie geschworen haben zu unterstützen, sollte dieser Fall eintreffen.
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Reovic am Mi Aug 17, 2016 1:33 am

Noch immer hallt der dröhnende Kampflärm in seinem Kopf wieder, dieses drückende, unwohle Gefühl der Machtlosigkeit. Man blickte in das Antlitz der Vernichtung und schlug eine Bresche in jenen und drang bis zu dessen Herzen vor, schloss sich damit gleichzeitig ein. Viele Streiter verloren Ihr leben, und noch mehr Dämonen wurden getötet. Doch wo war da die Relation? Die Legion findet immer jemand, um Plätze wieder zu füllen. Doch was ist mit den mutigen Streitern, der Allianz? Ihre Zahl war begrenzt. Das erste Aufeinandertreffen schein gerade noch glimpflich verlaufen zu sein, leichte Quetschungen am linken Fußgelenk.

"Hmpf."

Die nüchterne zur Kenntnisnahme dieses misslichen Umstandes.
Die Waffen wurden Veräumt, die Vorräte aufgefüllt und nun heißt es wieder warten. Kräfte aufzusammeln, Verwundete zu behandeln und die Toten wegzuschaffen. Fast jeder kannte die Routine, mit einer erbitterten Neutralität wurde diesem Tun nachgegangen. Doch fand er auch nach dem keine Ruhe. Es ist nicht so, als wäre er durch diesen vermeindlichen Sieg der Euphorie verfallen, noch weniger ist es die Kampfeslust welche Ihn zum Handeln zwingt. Sein Selbsterhaltungstrieb ist der dominierende Faktor. Wie ein Tier, welches in die Ecke gedrängt ist und weiß, dass es jeder Moment sein letzter sein kann.

"Heute sind 15 von uns gefallen. - Sorgt dafür, dass Ihr Tod nicht sinnlos war."

Waren die Worte, welche zu den Truppen seines Hauses gesprochen wurden. Weder waren sie motivierend, noch haben sie der allgemeinen Stimmung etwas negatives beigetraten. Sie waren schlicht und ergreifend fakt.

"Ich möchte die Zinnen bemannt sehen, heute Nacht wird sich nicht ausgeruht."

Die Worte wurden von den Truppen hingenommen, ein Wiederspruch konnte sich in diesen Zeiten keiner leisten. Die verbleibenden Armbrustschützen beteiligten sich also nicht am Lagerleben, wie es ein großteil der Streitmächte tat. Sie bemannten die Mauern, gerüstet und jederzeit Kampfbereit. Dass der ein oder andere sich dennoch zurücklehnte, etwas Trank oder gar einem traumlosen Schlaf verfällt... Das sollte ja niemand wissen.
Des Nachts noch stand der Ritter mit hinter dem Rücken verschränkten Armen an den Zinnen. - Die Nase gereckt und die Ausdrucksarmen Augen auf den Grünen Horizont gerichtet. Es Stank nach Schwefel, verbrannten Fleisch und Blut.

"Noch ist es nicht soweit.."
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Denissaryen am Mi Aug 17, 2016 7:02 pm

„Wir haben es also geschafft.“ Havarokk ging in sich als er sah wie sich die Verwundeten im Stöhnen ihrer Schmerzen gegenseitig übertrafen und seufzte. Der Preis war nicht unbeachtlich… und er würde diese Nacht noch steigen. Er spürte es… viele dieser Leute würden sich erholen aber vermutlich die Hälfte… nicht.

Er musste daran denken wie nützlich die Schamanen und Magier im Gegensatz zu ihm waren. Er hatte gerade einmal Zwölf Dämonen getötet und hatte sogar Hilfe gebraucht um nicht zu sterben. Es war ironisch… in dem einen Moment, als er sich alleine auf die Fünf Dämonen stürzte, war er sich sicher gewesen dass er hier endgültig sein Ende finden würde! Und doch hatte ihm ausgerechnet ein Paladin das Leben gerettet. Abermals kamen ihn die Erinnerungen an damals in den Sinn… waren sie überhaupt real? Er wurde doch schon einmal von einem Paladin gerettet.

Doch das hatte keine Zeit. Er wollte der Legion keine schenken, denn schließlich hatten auch sie nicht viel davon. „Reingelegt, wie ein Kind.“ Dachte er sich noch, ehe er anfing die Kisten zu transportieren und seinen Vorschlag, die Todesritter als Wachen ein zu teilen seinem Zugführer unterbreitete. Dieser war nur einer der Unzähligen gewesen, die von der Schlacht mitgenommen waren. Da war er wohl die Ausnahme… er und seine Todesritter. Müdigkeit vom Schlachtfeld war ihnen fremd und ihm entgingen die Blicke, derer die nicht gerade damit beschäftigt waren jemanden zu versorgen nicht. Es war ihnen mehr als suspekt.

Doch ihn kümmerte viel mehr der Zustand der Burg. Und die Tatsache wie nützlich die Toten auf ihrer Seite wären. Aber das war ihm untersagt worden… also musste er eine andere Idee ausbrüten, die den Dämonen schwer zusetzen würde. „Ich will dass sie die Flucht ergreifen sobald sie uns sehen und sich nicht auf zu stürzen! Ich will dass sie die Klingen der Todesritter fürchten und sich darüber im Klaren sind, dass wir ihre Henker sind!“ Doch ob seiner geringen Zahl an getöteten Feinden… waren es hohle Worte. „Wir brauchen eine neue Strategie… normale Mittel zeigen mir zu wenig Effekte.“ Einen Augenblick lang überlegte er… was würde Mograine dazu sagen? Würde es ihm erlauben oder ihn abermals zurückpfeifen?
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Kheya Traynor am Do Aug 18, 2016 2:44 pm

Kheya Traynor hustete erbärmlich und versuchte die Tragweite dessen, was sich soeben ereignet hatte, zu begreifen. Gerade stand sie noch zwischen Faldas und drei anderen Soldaten, im nächsten Augenblick waren jene unter ohrenbetäubendem Lärm verschwunden und sie konnte nur hilflos zusehen, wie ein Teil der Mauer in sich zusammenbrach. Staub füllte ihre Lunge und raubte ihr die Sicht, doch sie glaubte zu erkennen, dass der Rest ihres Trupps es geschafft hatte, sich irgendwo festzuhalten. Chaldas war unter ihnen und feuerte mit seinem Gewehr in die Masse an Feinden, die sich vor der Mauer aufgestellt hatten und jene erstürmen wollten.

Sie kämpfte sich wieder auf die Füße und versuchte etwas zu sagen, aufmunternde Worte für die Überlebenden vielleicht. Oder auch nur ein simples "Scheiße", denn Tatsache war, dass sie noch nie in einer größeren gesteckt hatte. Der Angriff der Legion kam nicht unerwartet, aber dennoch ungünstig. Die Schlacht, die sie erst gestern geschlagen hatten, um überhaupt erst zur Burg vorzudringen, steckte den meißten noch in allen Knochen und einige waren noch nicht einmal wieder kampfbereit. Selbst bei voller Kampfstärke waren die Aussichten auf einen Sieg, auf das bloße Überleben gering. So aber...?

"Scheiße..", krächzte sie erneut und dieses Mal klang es in ihren Ohren noch überzeugender.

Den Wichtel, der sich ihr von der Seite näherte, hätte sie inmitten des ganzen Chaos fast übersehen. Der kleinen Kreatur musste es irgendwie gelungen sein, den Einschlag der höllischen Geschosse zu überstehen, den die nachrückenden Horden gegen die Mauern entfesselt hatten. Dämonen scherten sich nicht großartig um ihre eigenen Verluste. Knapp entging sie einem Feuerball, den das kleine Monster ihr entgegenwarf und ging ihrerseits zum Gegenangriff über. Ihre beiden Klingen zerteilten das Wesen beinahe mühelos und der Ausdruck in den kleinen, gemeinen Augen wirkte fast überrascht.

Die Kriegerin kam nicht umhin sich ein weiteres Mal zu fragen, ob ein Wichtel in seiner einfachen Existenz überhaupt begriff, welches Elend er und die seinen anrichteten, oder ob sie ihr ganzes Tun lediglich als makaberes Spiel begriffen. Begriff ein Wichtel, was der Tod bedeutete? Begriffen Dämonen das?

"Vermutlich und doch irgendwie nicht.", dachte sie noch, als der Wall von einer weiteren Explosion erschüttert wurde. Dieses Mal gab es auch für sie kein Halten mehr und als sie das Gleichgewicht verlor und nach vorne stürzte, sah sie für einen Augenblick, was sie dort unten erwarten würde.

Die zweite Salve höllischer Geschosse, hatte den Wachturm mitsamt einem Teil der Mauer einstürzen lassen und die Massen an Geröll bildeten nun so etwas wie eine Rampe, die hinauf auf den restlichen Wall bildete. Auch die Dämonen hatten dies erkannt und rückten nun weiter vor, allen voran zwei große, humanoide Dämonen, die anstelle von Händen tödliche Zangen, oder Sägeblätter aus Metall besaßen. Kheya konnte sich schönere Dinge vorstellen, als diesen Monstern vor die Füße zu fallen.

Aber sie fiel auch nicht. Sie fühlte einen Ruck und für einen Augenblick lang hing sie in schräger Lage über den Abgrund, ihre Füße stemmten sich gegen die Kante des Steins. Dann wurde sie nach hinten gezogen und Kheya erkannte, dass Chalden sie an ihrem Wappenrock gegriffen und so ihren Fall verhindert hatte. "Aufschneider.", dachte sie, als sie sein knappes, aber triumphierendes "Ich habe dich wieder gerettet"-Grinsen sah. Das würde ihr nun gewiss ewig nachhängen, denn er würde sie es bestimmt nicht vergessen lassen. "Aufschneider!", dachte sie ein weiteres Mal, aber je öfter sie ihn so nannte, desto weniger meinte sie es tatsächlich so.

Ein Brüllen vorraus lenkte ihre Aufmerksamkeit von ihrem Retter ab und ließ sie wieder nach vorne blicken. Der größere der beiden Dämonen hatte sich bereits ein gutes Stück die Rampe hinaufbewegt und Kheya glaubte nicht, dass man sie noch vom Wall runterbekäme, wenn sie ihn erst einmal betreten hätten. Sie zögerte noch, als die untote Nachtelfe genau das aussprach, was auch ihr durch den Kopf geschossen war.

"Kämpfen wir nun, oder leben wir einen Tag weiter?"

Der fette Dämon schob sich ein weiteres Stück die Rampe aus Geröll hinauf. Er war bereits verletzt, so viel konnte sie erkennen, aber es reichte nicht annähernd um den Koloss aufzuhalten. Er durfte nicht auf den Wall. Er durfte einfach nicht. Unangenehme Erinnerungen durchzuckten ihren Verstand. Sie erinnerte sich an das letzte Mal, als sie das gesagt hatte. "Hauptmann!", hatte sie dabei gesagt. "Wir dürfen die Dämonen nicht ungeschoren lassen! Wir dürfen einfach nicht!" - Und er hatte auf sie gehört. Darum war er ja auch tot. Kheya fasste ihren Entschluss.

Über den Lärm hinweg wollte sie Chalden etwas zurufen, irgendwas, an das man sich erinnern würde, falls ihr Vorhaben nicht aufging, doch ihr Schrei ging in ein Krächzen über, dass im allgemeinen Schlachtenlärm unterging. Sie sah nach vorne. Der Dämon war jetz fast oben und sie konnte bereits seinen hässlichen Schädel sehen. Perfekte Höhe. Kurz überkam sie wieder der Zweifel und Angst überdeckte ihre Todessehnsucht. "Du wirst verlieren.", wisperte der Zweifel. "Als dummes, totes Gör, wird man dich bezeichnen. So wird man sich an dich erinnern." - Aber Kheya schüttelte nur den Kopf. "Oh nein.", raunte sie sich selbst zu. "So nicht."

Sie nahm Anlauf und sprang.

Ihr Flug dauerte nur einige Herzschläge lang, oder aber eine halbe Ewigkeit. Sie hatte erwartet, irgendwas zu fühlen - die Gewissheit, dass es nun endlich zu Ende war - aber da war nichts. Sie war leer. So leer wir all ihre Worte es stets gewesen waren, so leer, wie die Person, die sie versuchte zu sein und einfach nicht war. "Gleich...", dachte sie noch, als sie doch tatsächlich auf dem großen Schädel des fetten Dämons Halt fand. Ohne weiteres Zögern rammte sie ihre beiden Schwerter in dessen Nacken, bohrte sie tief in das lederartige Fleisch hinein, während sie darum kämpfte, nicht abgeschüttelt zu werden.

Die Mauer, das Dämonenheer und ihre Mitstreiter, all das verschwamm vor ihren Augen, wurde undeutlich, aber sie glaubte zu erkennen, dass sich ihre Mitstreiter dem Kampf angeschlossen hatten. Ein Knall ertönte, der sich verdächtig nach Chaldens Pistole anhörte und sie spürte ebenso das unheilvolle Prickeln unheiliger Magie in der Luft, als die Todesritterin ihre Zauber wirkte.

Überschwänglich fing Kheya an zu lachen, als Wahn und Hochgefühl des Kampfes, sich mit der Gewissheit verbanden, nicht allein zu sein. Wie schön war es, zusammen gegen das Ende zu kämpfen. Wie schön war es, gemeinsam zu siegen. Wie schön...

Ein mörderischer Ruck erfasste ihren ganzen Körper, als sie vom Schädel des Dämons fortgerissen und durch die Luft gehoben wurde. Dieses Mal konnte sie ganz genau sagen, wie lange dieser unfreiwillige Flug dauerte. Nur Sekunden. Sekunden bis zum Schmerz. Mit voller Wucht wurde sie auf das Geröll geschmettert, welches die Rampe zum Wall bildete. Wasser schoss ihr in die Augen und ihr blieb die Luft weg, als der Schmerz ihren ganzen Körper überflutete, aber ihr blieb noch genug Verstand um zu begreifen, dass der Dämonen sie mit seinem Greifarm erwischt hatte. Sie war fortgewischt worden, wie ein lästiges Insekt und sie kam nicht umhin daran zu denken, wie blöd das nun alles gelaufen war.

Wie blöd war es, zu überleben, wo andere starben. Wie blöd war es, in dieser ganzen Scheiße zu stecken. Wie blöd es war, jemand anderes sein zu wollen.
Kheya hustet und fuchtelte auf dem Rücken mit ihren Klingen herum, während sie zu Füßen der Dämonen lag.

"Wie blöd...", hustete sie noch, ehe sie zuließ, dass der Schmerz sie überwältigte.
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Arcados am Do Aug 18, 2016 5:50 pm

Zermürbung. Hoffnung schaffen und im nächsten Moment gleich wieder zunichte machen... Der Tritt, wenn man schon am Boden liegt. Oh wie fahl war dieser vermeintliche Sieg doch war. Von allen Seiten ergossen sich die Dämonen auf die verbliebenen Wehranlagen der Burg Rotwehr. Die Verteidigung hielt diesem Ansturm kaum stand, auch wenn viele dieser Teufelsbestien unter klirrenden Klingen und berstenden Schilden im Geschrei der Schlacht fielen. Die Mauern bersteten an mehreren Seiten und der arkanmagische Schild schwächelte wieder und wieder. Als es nurnoch die sterblichen Truppen waren, welche der Legion im Wege standen, zogen sie sich jedoch zurück. Ein Sieg? Wahrhaftig? War das Licht ihnen wirklich hold? Hatten sie tatsächlich so viele Dämonen getötet, dass sie die mächtige Legion wirklich zum Rückzug zwangen? Dieser Hoffnungsschimmer erstrahlte hell über den Köpfern der überlebenden Verteidiger, auch wenn viele diesem Schein nicht trauten. Sir Vadric gehörte ebenfalls dazu. Er beorderte alle, sich in der Hauptburg einzuqartieren... die verbliebene Macht des Schildes auf das Hauptgebäude zu konzentrieren. Platz wurde geschaffen und die Lager geräumt.

Er behielt letztendlich recht. Verzweiflung trat in die Gesichter vieler Verteidiger, als die Dämonen erneut anmarschierten und den Hof fluteten, während sie noch ihre schweren Wunden leckten.

OoC: Der magische Schild umgibt nun lediglich das Hauptgebäude! Die Tore sind geschlossen und das Gatter ist hinuntergelassen. Damit müssen die Verteidiger nun etwas kuscheln. Die Dämonen sind genug, um den Hof besetzt zu halten; für einen weiteren Angriff reicht es jedoch vorerst noch nicht.
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Reovic am Do Aug 18, 2016 7:38 pm

Man könnte es einen Glücksfall nennen, oder? Kurz bevor die Alarmglocken läuteten, wurden die Posten für den fall eines Angriffes bereits eingeteilt. Jeder wusste, wo er hinzugehen hatte und welche Maßnahmen eingeleitet werden sollten. Es war alles so chaotisch. Es war ein trauerspiel.

Der beißende Geruch verbrannter Leichen, Schwefel und der verheißungsvolle Duft von Fäkalien und ähnlichen, unausprechlichen lagen in der Luft. Wohin auch sonst damit? Es war kein Platz und Hunderte Soldaten harrten auf engsten Raum aus. Es war eine unangenehme Ruhe, die Ruhe vor dem Sturm. Viele versammelten sich auf dem Hauptplatz, wussten nichts mit sich anzufangen oder hofften, die Offiziere hätten eine Strategie parat mit welcher sie sich aus dieser verzweifelten Lage retten könnten. - "Alle Mann auf Gefechtstation, die Legion greift an!" - Erschallte es plötzlich, hektische Glockenschläge rissen die Soldaten aus dem Schlaf und der Untätigkeit. Zwar kannte jeder seinen Platz, doch es war unkoordiniert. Reovic spurtete zu den Stallungen, sein stolzes Ross sollte Ihm wieder Glück in dieser Schlacht bringen. - "Reiter an das Hintere Tor!" - Bellte es von allen Seiten, gesagt getan. So war die Reiterei schnell mobilisiert, bildete sie jedoch die zweite Reihe. Pallisaden waren der Klägliche Rest eines massiven Torhauses. Die Magier bereiteten Ihre Zauber vor, man wollte die hereinstürmenden Dämonen mit einer Frost-feurigen Überraschung erwischen. Die Schneise in die Kuppel geschlagen, wurde der Ansturm nicht gebremst. - "Reiterei, vorwääärts!" - Hallte es wieder, Kampfeslärm und gluterale Laute dominierten bereits die Geräuschkulisse, doch hat man den Ansturm der Teufelswachen unterschätzt. Die Magier haben es nicht geschaft sich schnell genug zurückzuziehen und so ward man selbst Opfer eines Ansturmes. - Die Massive Teufelseisen Axt raste Unbarmherzig auf den Torso des Ritters zu, abgefangen durch eine Woge des Lichts dessen Ursprung Theresia war. Er konnte es fühlen! Das Licht gab Ihm Kraft, in angesicht der abscheulichen Finsternis. - Ein Speerstoß in die Brust der schändlichen Bestie reichte, gestärkt vom Licht zwang er das Monstrum in die Knie. - Das unreine Blut trat hervor, rannte die Brust der Bestie hinab und benetzte die Speerspitze des Ritters. Doch man hatte keine Zeit sich auszuruhen, eine Gruppe verseuchter Gnolle viel in die Flanke der Streiter. Eises Kälte, die wärme des Lichtes und der Ohrenbetäubende Lärm des Mörsers bestimmten die Sinne des jungen Ritters. Er wollte das Pferd wenden, doch stieß er an einen Reiter der Lankesters. - "Zu... Schmal..." - Taktisch gesehen war der hintere Eingang perfekt zu verteidigen, für einen Ansturm zu Pferd jedoch gänzlich ungeeignet. So vielen Reiter, wie Ross in großen Zahlen bis man wieder Land sehen konnte. - Auf den Wehrgängen bei den Armbrustschützen tobte bereits die Schlacht, Gnolle wie Teufelshunde haben sich die Treppen hinaufgekämpft und verwickelten die Fernkämpfer in den Nahkampf. - "Na los..." - Brachte der Ritter hervor, wollte das Pferd aus dem Getümmel lenken. Doch fiel Ihm eine weitere Teufelwache in die Flanke. - Das Pferd bäumte sich auf, und ein weiter Streich mit der grausamen Axt wurde ausgeführt. Das Axtblatt schnitt durch das warme Fleisch des Rosses wie butter und trennte die Hinterläufe von dem Rest des Pferdes, mit einem fürchterlichen Todesschrei des tieres. Blut spritzte auf den Reiter, aber auch auf die Teufelswache welche die Axt gerade ausschwingen lässt. Schäppernd und noch im Sattel fällt der Ritter nach hinten zu Boden, sieht panisch aus dem eingeschränkten Sichtfeld hinauf zu der Teufelswache welche sich für einen weiteren Streich bereit macht. Ein Überkopfhieb wurde angesetzt, doch sah der Ritter einen Speer durch die Brust der Bestie hervor brechen, besprenkelte seine Rüstung mit Blut. - Doch bevor ein Dank an den Reiter entrichtet werden konnte, wurde er von dem Ansturm einer weiteren Teufelswache erfasst und gegen die Wand gepinnt, man hörte nurnoch das gurgeln und bersten von Metall als der in Platte gehüllte Körper an den harten Stein gekracht ist. - Von den Wehrgängen sind panische Schreie zu hören. - Ein Soldat flog mit rudernden Armen und Beinen in den Innenhof der Burg, doch wurde er bei der Landung direkt von einer Gruppe Teufelshunde anvisiert und zerfleischt. Der Ritter rappelte sich auf und steuerte die Wehrgänge an, wie in Zeitlupe wird Stufe für Stufe erklommen. Ein drückender Schmerz macht sich in seinem Schädel breit, zu spät bemerkte er dass er einem Gnoll direkt in die Arme lief welcher Ihn direkt mit seiner Keule hat bekanntschaft machen lassen. Die Rüstung auf der Treppe wird gegen die Mauer geschmettert, ein kurzes Ächzen und die Klinge wird nach vorne gestoßen und vergräbt sich in dem Bauch der Bestie. Ein tiefes Jaulen ertönt, und mit einem kräftigen Tritt wird der Gnoll die Treppe hinunter befördert. Er drehte sich nach links um den weiteren Anstieg in Angriff zu nehmen, doch vernahm er nurnoch ein dumpfes Scheppern. - Es klingelte in den Ohren und Ihm wurde schwarz vor Augen, scheppernd ging auch er zu Boden und fand seinen Weg die Treppen wieder hinunter.
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Wie Lämmer zur Schlachtbank

Beitrag von Tharvyn am Sa Aug 20, 2016 10:55 am

Der ältere Kaldorei ließ seinen "Blick" immer wieder über den nahegelegenen Wald schweifen. Unweit hinter ihm lagerte ein kleines Grüppchen Illidari, was er auf die Schnelle zusammentrommeln hatte können, in einigem Abstand zu einem wesentlich größeren Tross eines dieser Adelshäuser. Er merkte sich die Namen nur leidlich, wobei alle eine Vorliebe für "Stein" zu haben schienen. Sie hatten dasselbe Ziel, es erschien sinnvoll, gemeinsam weiterzuziehen. Allerdings ging die Sinnhaftigkeit der Truppen nur leidlich über Kanonenfutter hinaus. Was hatte der Adelige gesagt? Der Tross bestand zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus Bauern, die dem Ruf zu den Waffen gefolgt waren? Sie konnten immerhin eine Waffe halten?

Erst kürzlich hatte er eine Frau getroffen, an deren Namen er sich auch nicht erinnerte. Hatte sie ihn überhaupt genannt? Man hatte ihn zumindest gefragt, ob "solche wie er" Namen hätten. Wie kamen sie darauf, dass die Illidari keine Namen hatten? Er hatte sie gefragt, wie oft sie schon gegen Dämonen gekämpft hatte. "Zweimal", sagte sie. "Vorgestern und heute." Es wirkte irgendwie... niedlich. Am Ende des Tages waren es dreimal. Sie hatte wenigstens einen ordentlichen Schlag. Eine Bäuerin war sie definitiv nicht. Damit konnte er arbeiten. Ihnen wenigstens erklären, was sie erwartete. Viele würden es nicht überleben, aber solche wie diese Frau hatten wenigstens eine Chance. Aber Bauern? Bauern, die Waffen halten konnten und einen Dämonen nicht vom andern unterscheiden konnten?

"Wie Lämmer zur Schlachtbank", raunte er in Beneris' Richtung.
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Kontrolle und Ordnung

Beitrag von Ceinlyn Cadarn am Sa Aug 20, 2016 12:07 pm

Gerade erst hatte sie das Recht erhalten, sich Magierin nennen zu dürfen. Seit sie zurückdenken konnte, hatte sie davon geträumt, sich danach verzehrt. Erst aus den einen, dann aus den anderen Gründen.
Es hatte keine Feierlichkeiten gegeben, nicht einen einzigen Trinkspruch. Dafür war keine Zeit gewesen.
Die Ereignisse auf Draenor waren eine schmerzliche Erinnerung daran gewesen, dass die brennende Legion ihre Ziele nicht einfach aufgibt. Das konnte Lunette gut nachvollziehen.
Die letzte Lektion, welche ihr Mentor in Theramore sie mit seinem Tode lehrte, war die, dass sie härter sein musste als die Klinge, welche sie als Kampfmagierin führte- sofern sie überleben wollte. Und dass sie weitermachen musste.
Und das tat sie. Wieder und wieder. Doch würde es diesmal reichen?
Ihre Kräfte flossen in den leyblau schimmernden Arkankristall, welcher den Schild um den Burgfried speiste. Ein weiterer Magus war im düsteren Keller bei ihr und tat sein Bestes. Sie würde wohl bald eine Pause einlegen. Essen. Trinken. Meditation.
Wenn die Dämonen dann angreifen, werde ich vielleicht sterben.
Der Gedanke war beiläufig, doch drängte sich ihr auf und nistete sich hinter ihrer mit vereinzelten Schweißtropfen gesprenkelten Stirn ein. Es war nicht das erste Mal in den letzten Tagen.
Sie hatte Angst. Jene Art der Angst, welche nichts mit der Sorge um die Heimat zu tun hatte- sie hatte keine echte Heimat. Keine Familie. Lediglich ein einfacher und doch facettenreicher Leitsatz prägte ihr Leben nun maßgeblich:
Kontrolle und Ordnung.
Und doch... Sie hatte schlicht und ergreifend Angst vor dem Tod.
Sie drohte, die Kontrolle über ihre Gedanken zu verlieren.
Das Vertrauen in die Ordnung, welches ihr brüchiges Weltbild zusammenhielt, wie der Mörtel das Gemäuer der Burg, in der sie sich verkrochen hatten und die noch immer dem Ansturm der Legion standhielt.
Doch dies war nur ein winziger, kaum nennenswerter Bruchteil ihrer Stärke.
Die Legion ist endlos. Dass wir noch leben ist einzig dem Umstand geschuldet, dass wir kein Primärziel sind.
Doch was blieb ihr noch Anderes übrig, als weiterzumachen? Ja, sie war nun eine Magierin.
Eine Maga mit Furcht im Herzen.
Nutze sie, um zu überleben.
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Hinter Mauern

Beitrag von Ceinlyn Cadarn am Sa Aug 20, 2016 12:43 pm

Verfluchte Dämonen!
Die in eine düstere Kluft gekleidete Gestalt hockte an die Wand gelehnt in einem der Gänge Rotwehrs zwischen anderen erschöpften Menschen und zog den Verband um ihren linken Oberarm fester. Ein Stein aus dem Wall der Burg hatte sie erwischt, als ein Geschoss der Legion ihn traf. Der Knochen wäre wahrscheinlich gebrochen worden, hätte er ihren menschlichen Leib getroffen.
Doch der Schmerz machte ihr kaum etwas aus. Tatsächlich hieß sie ihn willkommen. Es war nicht so, als wollte sie sterben- keineswegs. Sie wollte leben. Ihre eigenen Worte kamen ihr plötzlich in den Sinn- die letzten Worte, welche vor Jahren schon an das Ohr eines Mannes drangen.
Es ist genau dieser Moment. Diese Welt zwischen Leben und Tod, in der ich mich am lebendigsten fühle. Sag mir... Wie fühlst du dich jetzt?
Die Erinnerung daran trieb ihr ein deplatziertes, wölfisches Grinsen auf die spröden Lippen, hervorgerufen durch das Gefühl der Dominanz, welches ihr solche Momente bescherten.
Doch nur für einige Sekunden.
Denn die Realität war zu eindringlich, zu gefährlich, um sie lange beiseite schieben zu können.
Sie konnte es sich selbst nicht rational erklären, dass sie keine Angst vor dem Tode hatte. Das war es also nicht, was sie zornig stimmte. Doch es gab nur wenige Dinge, die ihr mehr zuwider waren, als zu warten.
Und eingesperrt zu sein, wie ein dreckiges Tier.
Insbesondere das. Sie hatte in ihrem Leben zu viel Zeit hinter Mauern verbracht.
Mancheiner mochte argumentieren, dass genau das passend für sie war. Obgleich es derer nicht viele waren; sie konnte die Leute, die entsprechend viel über sie wussten und noch atmeten an einer Hand abzählen.
Sie hatte den Scharen der Dämonen nicht viel entgegenzusetzen. Nicht einmal reißen konnte sie diese Bestien, ihr Blut nicht kosten. Doch sie hatte ihren Zorn und ihren Verstand, der so scharf war wie ihre Klingen und Klauen.
Und sie hatte keine Angst.
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Astaria am Sa Aug 20, 2016 6:21 pm

„Der Krieg verändert einen Mann.“ Diese Worte hatte Sir Vadric einst erklärend zu ihr gesprochen, als Fürst Theleon aus einer der mittlerweile unzähligen Schlachten unzähliger Kriege zurückgekehrt war und seine um einiges jüngere Schwester Delia eine seltsame Distanz zwischen dem Fürsten und allem, was er einst liebte, was ihn erfreute, ja gar zu seinen eigenen Kindern, empfand. Es musste irgendwann während des dritten Krieges gewesen sein, so glaubte sie sich zu erinnern, dass Vetter Vadric ihr erklärte, dass kein Mann je aus einem Krieg als der zurückkehrte, der er einst war.

Und nun konnte sie die Veränderungen mit ihren eigenen Augen sehen. Der Tod war allgegenwärtig. Die Leichenfeuer brannten unentwegt. Der Raum des eingerichteten Lazaretts reichte nicht mehr für die Unmengen an Verwundeten, sodass auch der große Saal nun gefüllt mit stöhnenden, wimmernden und oftmals unter schmerzlindernden Kräutern ruhiggestellten Verletzten war.

Der Tag war noch nicht einmal richtig angebrochen, als Delia den Raum durchschritt und frische Verbände auf einen der aufgestellten Tische, neben Flaschen und Tiegel mit Extrakten, Tinkturen und Salben legte. Sie hatte sie in der vergangenen Nacht in der Kemenate nach dem Ausbessern und Flicken von Kleidung, manch einem Wappenrock und sogar Lederstiefeln der Truppen genäht, gefolgt von einem Stapel Leichentüchern.
Leichentücher. Sie zu fertigen, war die einfachste Arbeit gewesen. Und zugleich die trostloseste. Bei jedem Setzen einer Naht, jedem einzelnen Nadelstich, hatte sie gegen Trauer, Schmerz und Hoffnungslosigkeit ankämpfen müssen. Und das einzige, wofür sie dem Licht in dieser Nacht dankte, war die Abgeschiedenheit ihrer Gemächer und dass niemand den tiefen Stich der Nadel in ihren Zeigefinger sah, aus dem rasch einige Tropfen Blut flossen, geschuldet nicht etwa einem Mangel an Licht, sondern dem glasigen Tränenschleier in ihren Augen.

Delia legte sich eine Schürze um, eigentlich ein Utensil des Küchenpersonals, nun jedoch dazu benutzt, ihre Kleidung beim Wechseln der Verbände vor Blut und Wundsekret zu bewahren, ehe sie ein Tablett mit Fläschchen, Tiegeln und Verbänden ausstattete und ihre Runde durch den großen Saal zu machen, in dem noch vor einigen Monaten zu Frohsinn und Tanz aufgespielt wurde während des großen Balls des Rotwehrfestes.
Hier hatte sie getanzt. Kam es ihr plötzlich unwillkürlich in den Sinn. Doch so sehr sie sich auch bemühte, sie konnte sich weder an den Namen noch das Aussehen ihres Tanzpartners auf dem Ball erinnern. Alle Erinnerungen an das Fest, wie auch viele andere, waren plötzlich weit entfernt, unwirklich, und tanzten in einer Weise gerade so außerhalb der Reichweite ihres Erinnerungsvermögens, dass es einen wahnsinnig machen konnte. Als würde ihr Verstand nur noch die Gedanken zulassen, die gemeinsam mit ihr und all den anderen in dieser Burg eingesperrt waren: Furcht, Leid, Schmerz, Tod.

Der Krieg verändert einen Mann.

Mit dem Tablett in der Hand ließ sich Prinzessin Delia neben dem ersten der Patienten nieder. Einem jungen Mann, der von der Axt einer Teufelswache erwischt worden war und deren Schneide zwei Rippen durchtrennt und tief in das Fleisch darunter eingedrungen war. Sie wusste nicht, ob es Lady Jonina oder die Pandarin Sui-Linn gewesen war, die die gröbsten Verletzungen an inneren Organen weitestgehend geheilt und dem Mann eine zweite Chance verschafft hatte, doch Delia empfand unglaubliche Dankbarkeit, obgleich sie den Mann, einen Streiter Löwensteins, nicht einmal kannte.
Auf dem Zettel aus Büttenpapier, der stets bei jedem Patienten im großen Saal in Ermangelung von Liegen unter das Kopfkissen geschoben wurde, stand, dass sein Name Johann war und als sie gerade dabei war, den morgendlichen Verbandswechsel auf das Büttenpapier einzutragen, öffnete der Mann die Augen. So etwas wie Überraschung glaubte sie erst in seinem verschwitzten Antlitz zu sehen, ehe er sich mühte, zu lächeln, schließlich gar Anstalten machte, sich zu erheben.
„Eu...Eure...Durch...laucht...“, rang sich Johann die Worte ab, doch verhinderte Delia mit sanftem Druck auf seine Schulter weitere Bemühungen, aufzustehen. „Nicht... Ihr seid zu schwer verletzt und hab sehr viel Blut verloren.“, sprach die Prinzessin leise.
Und mit sichtlicher Überraschung, jedoch auch einer gewissen Portion Stolz beobachtete der junge Löwensteinsche Streiter, wie die Prinzessin selbst ihm die Verbände wechselte, die Wunde auf Spuren von Entzündungen untersuchte und ihm gemäß der auf auf dem Büttenpapier stehenden Anordnungen eine weitere Dosis an schmerzstillendem Extrakt verabreichte.
Ein sanftes, mitfühlendes Lächeln schenkte sie dem jungen Mann gefolgt von den Worten: „Wir werden obsiegen.“, denen eine Entschlossenheit innewohnte, die sie selbst überraschte, ehe sie sich daran machte, die unzähligen weiteren Verwundeten zu versorgen, soweit ihre medizinischen Kenntnisse, die zugegebenermaßen größtenteils aus der Theorie herrührten, ausreichend waren. Doch jeder gewechselte Verband, jede gereinigte Wunde, jede gereichte Medizin, jedes nachgefüllte Glas Wasser oder Tee waren Handlungen, die von den überarbeiteten Heilern nicht mehr ausgeführt werden brauchten. Und das war wenigstens etwas.

Es war fast mittag, als Delia am anderen Ende des Saales angekommen war und sämtliche Verwundeten Tee und Frühstück erhalten hatten. Erschöpft fühlte sich die Prinzessin. Ihr Rücken schmerzte, ihre Finger fühlten sich taub an und die Schürze war trotz der lediglich leichten Hilfstätigkeiten mit Blutspuren bedeckt. Sie konnte sich nicht daran erinnern, jemals solch verdreckte Kleidung getragen zu haben und ihre sonst so gepflegten Fingernägel waren gebrochen, ihre Hände wiesen Schwielen auf. Zudem seltsame Rötungen, womöglich herrührend von dem ständigen Kontakt mit diversen Salben, Kräutern und Tinkturen.

Delia legte die Schürze ab und schritt mit schweren Schritten die Stufen hinauf zu ihren Gemächern, das derzeit mehr wie eine Nähstube anmutete und ließ sich auf den Stuhl vor ihrem Tisch mit dem großen Spiegel sinken, aus welchem sie das Bildnis einer Frau anblickte, deren sonst so gepflegtes Haar zerzaust war, mit zu blassem Gesicht, trockenen Lippen und Augen, in denen sich Schmerz, Wut und Trauer widerspiegelten.

Die Prinzessin kniff die Augen zusammen und schüttelte den Kopf, ehe sie sich erhob. Für ein ausgiebiges Bad mochte keine Zeit sein. Doch wusch sie sich, legte frische Kleidung und Puder und Kamm und Bürste reichten aus, um die Spuren der Erschöpfung zu überdecken und nur jener, der die Prinzessin wahrlich kannte, würde überhaupt in der Lage sein, eine Veränderung zu all jenen anderen Tagen auszumachen, in denen sie aufrechten Ganges und erhaben durch die Gänge der Rotwehr schritt.

„Der Krieg schert sich nicht um unsere Befindlichkeiten.“, waren ihre Worte in einer kürzlich geführten Diskussion gewesen. Nicht einmal um jene von Prinzessin Delia Estalia von Löwenstein.

Und dies, zusammen mit dem Gefühl von Ehre, Treue und Tapferkeit, das in ihrer Familie so fest verwurzelt war, dass diese Begriffe untrennbar mit dem Namen Löwenstein verbunden waren, hatte sie in der vergangenen Offiziersversammlung zu den mit vollster Entschlossenheit gesprochenen Worten bewogen: „Ich wünsche eine Rüstung und eine Waffe.“

Es war nur allzu klar, dass Vetter Vadric sie niemals direkt an die Front belassen würde. Vermutlich hatten die Mitglieder der Versammlung Recht und sie wäre mehr eine Last, denn eine Hilfe. Doch sie wusste, wie mit einem Bogen und wie mit einer Armbrust umzugehen war. Seit sie ein Kind war, hatte sie erst ihren Vater, dann ihren Bruder und Vetter zu zahllosen Jagden begleitet.
Und nun, während des gewiss bald erneut folgenden Angriffs der Legion würde sie bei den Schützen auf den Wehrgängen stehen und gemeinsam mit ihnen Salve um Salve abfeuern.

Das, was sie vor Wochen noch als absurd abgetan hätte, würde nun geschehen: Sie würde in einer Schlacht kämpfen.

Der Krieg verändert einen.
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Ein großer Tropfen auf einem erloschenen Stein

Beitrag von Tanara A. V. Thalindar am So Aug 21, 2016 5:52 am

Es war bereits reichlich spät - oder früh? - als Lady Tanara Augustina Violetta Thalindar den Weinkeller der stark angeschlagenen Burg Rotwehr betrat. Ihr Blick ruhte für einige Zeit auf dem Energiekristall der Barriere, von dem nun keine Barriere mehr Energie zog. Reste waren noch immer vorhanden, das spürte die Maga problemlos. Doch sie würden niemals reichen, den immensen arkanen Kraftakt einer Barrierenerrichtung durchzuführen - und die Reserven des Magiercollegiums gingen auch stark zur Neige.
Tanara, wenn auch selbst bisher zumindest körperlich weitgehend unversehrt - ein Wunder, kann man fast meinen - war geistig nicht weniger mitgenommen als die anderen ihres Standes. Die Gardisten blickten ein wenig skeptisch auf die Maga. Was hatte sie vor? Den Magiern konnten die einfachen Soldaten doch nie trauen, wenn auch sie sicherlich soetwas wie Dankbarkeit kannten, was die Barriere und andere Dienste betraf - diese zeigten sie selten. Aber davon lebte man als Magier glücklicherweise nicht.
Dass die Magier den Kristall aufsuchten war nun wirklich nichts bemerkenswertes. Immerwieder wurde er aufgeladen, immerwieder war ein anderer der Magier hier und teilte seine Kräfte. Doch die Barriere war nichtmehr da und alleine - das wusste sogar ein Bauer - konnte wohl kaum einer der anwesenden Magier dieses Konstrukt wieder aufrichten.

Nein, die Schritte der erfahrenen Kampfmagierin hatten sie aus speziellem Anlass hierher geführt. Sie hatte etwas, was sie beitragen konnte. Eigentlich hatte sie den stark aufgeladenen Energiekristall für sich und einige wenige "reserviert". Sie hat ihn bereits in den Tagen vor der Abreise nach Rotwehr aufgeladen und stets bei sich getragen, wohl versteckt. Es ist nicht schwer zu erraten, dass die Magierin versucht hätte, sich mit dieser Macht im nötigsten Falle aus dem nahezu undurchdringlichen Belagerungsring zu teleportieren. Sich und womöglich einige andere Überlebende, die ebenfalls gingen. Hier zu sterben war nicht ihr Begehr, mitnichten.
Doch nun, nach einigen Tagen der Belastung, Misserfolgen wie auch Erfolgen, Hoffnungsschimmer und Leid, Tod und Überleben... War diese Gruppe - und das würde sie sicher niemals zugeben, dazu äußerte sie Wertschätzung zu ungern - ein recht zusammengeschweißter Haufen geworden.

Sie hatte einige Zeit überlegt und nun einen Entschluss gefasst. Sie, die eigentlich alles mit kalter Logik und kühlem Realismus anging, wenig auf Emotionen hielt und sich am liebsten kühl gab, hatte sich entschieden. Die Verteidiger von Rotwehr - von denen sie nur die wenigsten seit mehr als vier, fünf Tagen kannte, mit ihnen würde sie überleben - oder nicht. Selbst die Information, das Dalaran, ihre Heimat, der sie tiefste Loyalität schuldete, belagert wurde, lies sie nicht zögern. Dalaran konnte alleine Zurecht kommen. Musste. Allein. Zurechtkommen.

Ein Wort der Macht genügte. Und so sprach sie es. Der Kristall, bisher noch fest in ihrer Hand, erhob sich und mit dem Ertönen des Wortes und der richtigen Gestik floss die Arkane Macht ihres Energiekristalles in den Zentralen Energiekristall der Barriere. Dies würde für mehrere Stunden den Fortbestand der Barriere sichern können, wenn nicht gerade ein Großangriff erfolgt. Doch den Zauber allein zu wirken, dazu war Tanara nicht im Stande. Das sollte morgen geschehen... Im Kreise der Magier.
Langsam schob Tanara den leeren Energiekristall, der nun nach nicht mehr als einem seltsam geschliffenen Glasblock aussah, wieder in ihre Tasche. Die Gardisten hatten wohl grob verstanden, dass Energie zugeführt und nicht abgezweigt wurde. Immerhin waren sie Zeugen. Aber wen juckte schon etwas, was so seit Tagen passiert war. Keiner von ihnen wäre wohl je auf die Gedanken und Hintergründe der Maga Thalindar gekommen...

Als die Maga den Keller verließ und sich in die Überreste ihres Gemaches zurückzog, dämmerte es bereits. Die Rotwehr und ihre Überlebenden erlebten ein weiteres Morgenrot.

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Gedanken eines Illidari

Beitrag von Tharvyn am So Aug 21, 2016 11:19 am

Der Morgen dämmerte bereits, als dem Illidari nur allmählich die.. nunja, Augen konnten ihm nicht zufallen. Aber er war immer noch ein Nachtelf, zumindest teilweise, und dieser Nachtelf brauchte Ruhe. Man hatte ihnen ein kleines Lagerplätzchen zugewiesen, in entsprechendem Abstand. Nicht alle reagierten begeistert auf ihre Ankunft, aber damit hatte er auch nie gerechnet. Und wie verquer sie sich ihre Geschichten zusammenreimten. "Ihr habt die Allianz angegriffen", hatte eine Frau zu ihm gesagt. Er wusste nicht wirklich, was sie erwartete. Sie waren es doch, die angegriffen wurden. Seinem Meister hatte man die Pläne vereitelt, der Legion einen empfindlichen, wenn auch vielleicht nicht tödlichen Schlag zu versetzen. Aus Unwissen. Ignoranz. Vorurteilen? Sicher einer ganzen Menge Vorurteilen. Es lag nicht in Tharvyns Natur, andere wegen Unwissenheit zu tadeln aber einige Fakten wollten dennoch richtig gestellt werden. "Was hatten sie denn erwartet?", murmelte er leise, mehr zu sich selbst. "Dass sie den Tempel des Meisters angreifen können und alle ihre Waffen niederlegen?" Der Dämonenjäger schüttelte leicht den Kopf.

Er verstand vieles an ihnen nicht. Die Magie des an seinen Runen so interessierten irgendwie elfisch anmutenden Burschen würde er sich in jedem Fall nochmal genauer ansehen müssen. Der Zwerg, der lachend Hämmer vom Himmel warf und mehr als einen Dämonen mitgerissen hatte? Er war skurril, aber effektiv, und schien Freude am Kampf zu schätzen. Es machte ihn sympathisch, auf eine Art und Weise. Was er definitiv nicht verstand, waren irgendwelche Querelen über irgendeinen Beitritt... Austritt... seine Gedanken drehten sich munter um die eigene Achse. Wie sie sich aufregen konnten. Sie hatten gerade mit Müh und Not eine Belagerung zerschlagen, der nächste Angriff würde, so wie er die Legion kannte, mitnichten auf sich warten lassen. Er verschwendete an dergleichen üblicherweise keine Gedanken. Allianz? Horde? Er war Soldat. Immer schon gewesen, sein ganzes Leben lang. Er hatte einen Feind und den würde er zur Strecke bringen, koste es, was es wolle. Er hatte keine Muße für irgendwelche Diskussionen.
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Das Spiel

Beitrag von Jorvan von Bergen am Mo Aug 22, 2016 10:16 am

Dauerhaftes Gegacker. Er hatte diesen Teufelswichtel satt.

Obwohl es nicht seine Aufgabe war den Dämonen zu verhören, fühlte er sich zuständig. Grade noch an der Spitze des Heerzuges geritten, vom Himmel gefallen wie eine geistig zurückgebliebene Taube... und nun spielt er mit einem Wichtel Reimspiele. Ein schrecklicher Tag. Das vermochte dem Magier aber nicht die gute Laune zu nehmen, die durch das zunehmend erfolgreicher laufende Verhör aufkam. Es dauerte etwas, bis er das Schema seiner Antworten verstanden hatte. Es dauerte, bis er sich vollkommen auf die Kreatur einlassen konnte ohne den Wunsch zu verspüren ihn mit einer Eislanze an das Mauerwerk zu tackern.

Seine Gedanken kreisten neben dem nächsten Zweckreim um diese Kreatur. Sie unterschied sich nicht wirklich von den Lebewesen, die er den Großteil des Tages um sich hatte. Versteckte Bösartigkeit, offene List und die eigene Idee der Einzigartigkeit. Die Informationen flossen wunderbar, doch würde er früher oder später entweder von Stillwasser in ihrem Tatendrang unterbrochen. Oder vom Dämonenjäger, der noch mehr Verachtung als dieser "Wichtelfürst" verdiente. Eine Kreatur, die zu schwach war ihren Kampf gegen die Feinde dieser Zeit zu führen, sich stattdessen dem Versprechen von ungezügelter Macht hingab. Sie mochten effektiv sein, was ihre ganze Existenz nicht weniger zur hohlen Phrase machte. Jeder lässt sich verlocken - früher oder später.

Die Zeit plätscherte dahin, die Gedanken kreisten weiter. Er hatte Recht behalten und direkt das Doppelpaket bekommen: Stillwasser und den Dämonenjäger. Zum Glück gelang es sie einige Zeit zu beschäftigen, um das Spiel noch ein wenig fortzuführen. Die Legion würde sicherlich Spitzel haben... das hat sie immer. Er musste den Wichtel fragen. Gegen alle Erwartungen sogar mit Erfolg, denn es fiel ein Name. In diesem Moment fühlte der Magier den kalten Schauer der über seinen ganzen Körper lief, die zusammengelegten Handschuhe krampften beinahe aneinander. Avalion Manaquell - ein Priester. Die perfekte Tarnung. Der Magier musste mehrere Momente mit sich ringen, bevor er den Namen laut nannte um ihn seinen Kollegen mitzuteilen. Hoffentlich würden sie es nicht versauen. Sie werden es versauen. In dieser Welt ist schlussendlich jeder allein, egal wie viele Leute man um sich hatte.

Die Worte des Wichtels hallten wie ein entferntes Echo in den Ohren, als er sich Erinnerungen hingab. Es war eine ganze Fülle, sie drohte ihn grade in diesem Moment fast zu erdrücken. Hatten die Paladine und Ritter seine Worte bedacht? "Mein Name ist Jorvan von Bergen. Und ich gehe davon aus, dass jeder im Endeffekt nichts anderes als ein Egoist ist. Das ist negativ behaftet, macht es aber nicht weniger wahr oder falsch. Wir handeln im Sinne von uns selbst - immer. Wir wollen uns in einem ganz bestimmten Licht sehen, dementsprechend sprechen und tun wir.", hatte er zu ihnen gesagt. Mit dem Wichtel vor sich erkannte er wie traurig diese Einstellung war. Er biss die Zähne aufeinander. Sie zu informieren war nicht richtig, aber notwendig. Er hätte ihr nichts sagen sollen. "Vergiss niemals: So lang die Linie auch sein mag, du und der Feind sind das Einzige was zählt. Soldaten sterben, du musst allerdings leben. Und siegen. Tu alles dafür.", hallen seine eigenen Worte durch den Geist. Vor sich eine vollkommen verschwitzte, blonde Frau mit einem Übungsschwert in der Hand.

Die Erinnerungen unterbrachen je als er die krächzende Stimme des Wichtels vernahm. "Jetzt du, Spielpartner!", verkündete die Kreatur. Und der Magier hatte keine Ahnung mehr was der letzte Reim war. Scheiße.

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Was hatten sie denn erwartet?

Beitrag von Tharvyn am Di Aug 23, 2016 10:03 am

Nach wie vor missmutig, aber mit abklingendem Rausch zumindest wieder deutlich ruhiger wischte Tharvyn die Blutüberreste von seinen Gleven ab. Die Rune war schmackhaft gewesen. Eine Entschädigung für den Nebel. Das Husten. Den Schuss. Die Wunde. Viele schliefen bereits oder wurden im Lazarett behandelt. "Gut so", murrte er. Dann hatte er wenigstens seine Ruhe.

Was hatten sie eigentlich erwartet? In dem Kampfgetümmel, um überhaupt zur Burg durchzubrechen, hatte niemand etwas gesagt. Wahrscheinlich hatte es auch keiner mitbekommen. Natürlich unterschieden sich seine Methoden deutlich von jenen, die von den üblichen Magiern oder Soldaten an den Tag gelegt wurden. Die Mehrheit der vor Ort vorhandenen Soldaten nannten seinesgleichen ohnehin nur Dämonen. Er war die Anfeindungen gewohnt, schon sehr lange. Genau so, wie er es schon sehr lange gewohnt war, dass es besser war, den Wächterinnen nicht über den Weg zu laufen. Diese würden ihn angreifen, versuchen einzusperren, hatten ihn sogar eingesperrt. Tharvyn begutachtete die erste seiner Gleven, sie war wieder sauber. "Aber selbst Schattensang hat ihren Irrweg eingesehen, und dass sie uns braucht. Nicht einmal Schattensang hat mitten in dem im Verlies entbrannten Kampf die Waffe gegen uns erhoben und ist uns in den Rücken gefallen."

Das konnte er von diesen "Verbündeten" nicht behaupten. Nicht die Blicke erzürnten ihn, an die Blicke war er gewohnt. Die Tuscheleien waren ihm längst gleichgültig. Aber ihm mitten im Gefecht die Luft abzuschnüren mit einem Zauberspruch, der gezielt alle dämonischen Entitäten im Umkreis betraf? Das war ein Angriff. Ein Angriff, den er in allen anderen Umständen mit einem Wurf der eigenen Gleven Richtung Verursacher beantwortet hätte. Dass irgendjemand zu dumm zum Zielen war - die Kugel war wenigstens nur abgeprallt - das war Inkompetenz. Eine Eigenschaft, die viele an diesem Ort an den Tag legten. Aber der Zauber? Tharvyn war nach wie vor viel zu wütend, um dahinter keine eiskalte Absicht zu sehen. Er sollte jenen vertrauen, die ihren Tempel angegriffen hatten. Jenen, die seinen Meister angegriffen hatten. Er hatte sich zurückgehalten. Er vermeidete es, in einer anderen Sprache zu sprechen, wenn einer von ihnen anwesend war. Er warnte sie, sie sollten eher Handschuhe tragen, wenn sie ihn verbinden würden. Er erklärte, und wenn er zum zehnten Mal dieselbe Frage gestellt bekam.

Er hätte keinen Verband gebraucht. Er hätte vor aller Augen die erstbeste der zahlreichen Dämonenleichen, die im Burghof ausgebreitet lagen, "zu Hilfe" nehmen können. Er ließ sich verbinden. Er war ruhig. Er zauberte nicht unmittelbar vor ihnen, wenn es nicht nötig war. Wozu eigentlich? Was hatten sie denn erwartet?
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Das Kultistenlager

Beitrag von Veronica am Di Aug 23, 2016 3:42 pm

Sie hatten das Ritual unterbrochen und alle Kultisten und Dämonen getötet doch zu welchem Preis.
Ihre Gedanken kreisten um den jungen Bibliothekar den sie schätze er war schwer verletzt worden.
Dazu saßen Havarokk und Lebensbann im Knast, weil wohl Lebensbann gehen wollte. Und jene wurden definitiv ausgehungert und sie bekam die stellvertretende Funktion und sollte Havarokk vertreten war sie dessen würdig genug?

Einen Lebenden hatte sie gefragt ob er sich ihren Rücken ansieht. Sie stand an einer Wand und schaute ins Lazarett zum Feldbett vom kleinen Saevire. Sein Baron hatte ihr verboten hinein zu gehen da ihre Aura den Verletzten wohl schadete. Sie grollte und hasste ihre Mutter noch mehr, hätte sie sie damals nicht niedergeschossen und hätte der Lichkönig Arthas Menethil ihr Prinz sie nicht wieder belebt sie wäre wohl nun Dreissig Lebend und könnte sich besser um alle kümmern.

Die Frau die aussah wie achtzehn lebte schon seit zwölf Jahren nun im Untod und sie hatte viele Schlachten erlebt doch was am Kultistenlager passiert war, ihr war der Nebel den die Pandaren machte im Weg gewesen und sie hatte die Magierin geschützt. Welche das hätte sie nicht erwartet hatte das Teufelsfeuer gebannt hatte.
Sie blieb da stehen und sah auf Saevire und es beruhigte sie zu sehen das er atmete.
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Übersetzer gesucht

Beitrag von Tharvyn am Fr Aug 26, 2016 11:15 am

Der Halbelf schlief schon wieder bei ihm draußen. Tharvyn musste zugeben, dass die Burg bisweilen beengend werden konnte. Außerdem brachte er ihm Essen. Käsebrote. Schokolade. Und dieses schreckliche Karamell, bei welchem er versäumt hatte ihm zu erklären, dass darauf herumkauen zu einem völlig verklebten Mund führen würde. Und dann? Dann lachte er einfach und freute sich über seinen kleinen Streich. Die Situation wirkte völlig absurd. Ein im Vergleich zu ihm schmächtiger und gackernder kleiner Halbelf kugelte sich vor Lachen am Boden neben ihm. Andere kamen generell nicht in seine Nähe und dieser Kerl kugelte sich völlig unbeschwert neben ihm.

Mit der Sturmruferin hatte er sich irgendwie geeinigt. Sie würden sich nicht mögen, aber das verlangte niemand. Aber sie konnten sich respektieren und nebeneinander kämpfen. Mit Sáevires "Sir" fand er auch irgendeinen gemeinsamen militärischen Nenner. Tharvyn zupfte einige der verbrannten Hautüberreste von der Brust. Der Portalkristall hatte die schlimmsten Verbrennungen geheilt, aber spurlos war der elegante Höllenbestien'sche Tritt nicht an ihm vorbeigegangen.

Bellris würde ihn womöglich wieder fragen, wie es ihm gehen würde. Das letzte Mal, als ihn jemand "nicht so wie er" das gefragt hatte, lag eine lange Zeit zurück. Niemand fragte danach. Dass jemand fragte, war verwirrend. Er brauchte einen Übersetzer.


Zuletzt von Tharvyn am Fr Aug 26, 2016 11:41 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Tanvala Feuertatze am Fr Aug 26, 2016 11:39 am

Zu später Stunde, als die Benommen- und Übelkeit durch die Portalreise zurück zur Burg nachgelassen hatte, saß die Kriegerin im Schneidersitz auf ihren Fellen, den Rücken an den kalten Stein der Mauer gelehnt, und wühlte durch die Beute.
Zähne und Hörner von Tieren. Geschnitzte Becher, zwei Messer, ein Beil, ein wuchtiges, grobes Schwert, das nicht gut gepflegt war. Amulette, mit Federn und Knochen daran. Ein leicht zerdellter Helm.

Tanvala nahm ihr Trinkhorn auf und trank einen ausgiebigen Schluck. Natürlich gingen ihre mitgebrachten Vorräte an Bier und Met allmählich zur Neige, stellte sie mit einem kurzen Seitenblick auf das Trinkleder fest, das beträchtlich schlaffer wurde.
Die Orcs waren aus ihren Hütten gestürmt, ihre Hexer hatten feige aus dem Hintergrund verderbensbringende Zauber gewirkt. Das Flammengeschoss, das Tanvala um ein Haar am Kopf erwischt hatte, war glücklicherweise vorbeigefaucht und am Felsen in Tausende Funken zerplatzt.
Der Kampf hatte sich gezogen; das hätte nicht sein dürfen, schalt sich die Wilde aus den Bergen und setzte das Horn ab, um die neuesten Wunden zu begutachten. Nichts Ernstes war darunter, und dafür war sie dankbar.
Kar'akhor hatte einige Schuppen am Hals verloren, wo dieser vermaledeite Riesenwolf ihn zu beissen versucht hatte und das mit seinem eigenen Leben zahlte. Der Raptor hatte frisches Fleisch gekostet und döste wohl friedlich verdauend bei den Stallungen, natürlich abseits der Pferde, damit sie nicht scheuten und sich an ihn gewöhnten. Das lief auf jeden Fall gut, sann Tanvala zufrieden und rieb sich die Arme.
Was auch immer da geschehen sein mochte, für manch einen ging der Kampf gegen die Orcs nicht so gut aus, wie man es sich erhoffte. Jeder Mitstreiter hier war wichtig, das war mittlerweile klar. Tatsächlich trank Tanvala schweigend auf deren Wohl und sprach stumm zu jenen, die über die Lebenden wachten.
Leben... dachte Tanvala und lachte plötzlich laut auf, als sie seltsamerweise Valesthys vors innere Auge bekam. Die Todesritterin war so eigenartig tot... nein, eher nicht-tot, und sie schien begierig von den Lebenden zu lernen. Und ihr Witz brachte die Kriegerin zum Lachen. Wenngleich das manches Mal recht lange dauerte, bis Tanvala die Pointe verstand, wo andere seufzten und sich die Hände vors Gesicht schlugen.

Die Hand der Kriegerin wühlte noch einmal durch das geplünderte Zeug. Einiges davon ließ sich sicher in den Städten gut verkaufen. Auch betrachtete sie die grobe Waffe, die sie in einem Waffenständer in einem der Fellhütten fand. Nicht magisch oder besonders wirkend. Einfach nur grob und hässlich, aber seltsamerweise irgendwie... ehrlich... wirkend. "Wer dich wohl geführt hatte?" fragte sich Tanvala und stellte es abseits zu ihren eigenen Waffen.
Dann legte sie sich auf die Felle, starrte zum schwarzen Himmel empor und schlief bald ein.
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Das Feuer, das da kommt...

Beitrag von Herewald Altstein am Sa Aug 27, 2016 10:46 am


~Er ritt dem Dämonenheer entgegen... Spürte die sengende Hitze der Höllenbestie... Eine Teufelswache traf er mit dem Speer... Er wurde umzingelt... Waffen - nichts als Waffen und boshafte Augen die auf ihm gerichtet waren... Und die Schreie der Männer - seiner Männer die von den Ausgeburten der Hölle niedergeschlachtet wurden... Dann ein Knall... Regungslos stand er auf dem Schlachtfeld und Stille umfing ihn. Alle Augen waren nur auf ihn gerichtet. Doch er stand einfach dort und konnte nichts tun. Eine grüne Flammenwelle rollte auf ihn zu und schien es nur auf ihn abgesehen zu haben. Sein Atem wurde Lauter und Lauter, als stehe er neben einem Blasebalg... "Mein Herr...", rief eine entfernte, wiederhallende Frauenstimme... Die Welle rollte weiter auf ihn zu und er stand einfach dort und konnte nichts tun. Er sah sich um... Es waren alle verschwunden, bis auf eine blondhaarige Frau mit einem ihm sehr bekannten Gesicht, die einige Meter vor ihm stand... "Wacht auf...", sprach die Frau und drang damit erneut hallend durch seinen Geist. Doch noch bevor er ihren Namen sagen konnte, wurde die Frau von der Welle erfasst. Ein grüner Blitz traf ihn vor dem inneren Auge und das Gesicht der Frau hallte in der Dunkelheit, die er danach sah noch einmal nach. In diesem Moment fühlte er jenen Schmerz den er an dem Tag verspürte, an dem er das Gesicht der Frau das letzte Mal sah... ~

Herewald fand sich im Lazarett der Rotwehr wieder. Schweißgebadet und völlig außer Atem, saß er kerzengerade im Bett. Starr blickte er vor sich auf die im Kerzenschein flackernde Steinmauer. Dann bemerkte er die Hand auf seiner rechten Schulter und sah zu der Priesterin die neben ihm stand und ihn mit besorgtem Blick ansah.
"Scheint als hätte das Grauen der Schlacht Eure Gedanken vernebelt. Legt Euch wieder hin, ich bringe Euch etwas zur Beruhigung."

Doch Herewald war hellwach. Das Letzte, an das er sich nun in der Wirklichkeit erinnern konnte war die tatsächliche auf ihn zu kommende Welle und ein belebendes Gefühl, das durch seinen Körper ging ehe es wieder dunkel um ihn wurde.
Ja, er hatte geträumt. Die Nacht veränderte viele Gedanken. Er sah sich im Lazarett um und sah die vielen Verletzen. Das Leiden in vielen Gesichtern. Und dann wurde ihm schmerzlich bewusst, wieviele Leben die Explosion gekostet haben musste, wie teuer dieser Sieg gewesen war.
Noch bevor die Priesterin wiederkommen konnte erhob er sich aus dem Bett und schritt die Gänge entlang nach draußen. Die ersten Sonnenstrahlen erhellten bereits die Zinnen auf den Wehrgängen, doch war es noch morgentlich frisch. Tau lag in der Luft und Herewald traf auf eine Gruppe seiner Gardisten, die - so schien es - den Tot ihrer Kameraden, die auf dem Schlachtfeld gefallen waren die Nacht über mit Bier begossen hatten.

Die Gardisten erhoben sich, erhoben ihre Krüge mit den Ausrufen "Stein zu Stein!" - was wohl den gefallenen Kameraden galt - sowie "Ehern wie Stein!" welcher den hart umkämpften Sieg hervorheben sollte als auch ein Gruß an den Grafen war.

Herewald nickte anerkennend und erwiderte "Stein zu Stein...".
Seine Gedanken waren bei seinen Soldaten die nun nicht mehr unter den Lebenden weilten. Er war stolz und bestürzt zugleich, dass er und seine Männer, so wie viele weitere Streiter, wenngleich sie ihre Leben ehrenhaft im Kampfe ließen dieser Welt einen weiteren Atemzug ermöglicht hatten.

Die Freude über diesen Atemzug konnte er aber nicht so recht zeigen. Wenn es der Legion möglich war in kürzester Zeit so viel Leid anzurichten, was würde dann noch kommen? Wie würde es diesmal enden? Konnte man wirklich so... ja, wahnsinnig sein und glauben, dass das Licht diese Welt erneut errettet?
Und wieder richtete sich nun der Blick auf die Helden und die großen Armeen dieser Zeit. Es war klar; das Schicksal Azeroths lag nicht in der Hand eines Einzelnen, denn das lodernde Feuer der Legion musste mit aller vereinter Kraft ausgelöscht werden...
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Re: IC-Geschichten

Beitrag von Ranem am Sa Aug 27, 2016 3:22 pm

Der Regen prasselte unter hohlen, hellen Lauten auf die Rüstungen der Soldaten. Unaufhörlich. Das Leder ächzte und knarzte, die Kettenglieder knirschten, hier und da schwang ein leises Rasseln, als würde der Träger der Rüstung seine Muskeln nicht mehr vom Zittern abhalten können, durch die vielfältige Geräuschkulisse der Hauptstreitmacht. Unter der dunklen, schwarzgrünen Front aus düsteren Wolken, kreischenden Teufelsfledermäusen, die mit ihren Schwingen den mutraubenden Horizont noch zusätzlich überschatteten, ragte zwischen den hohen Klippen der Schlucht des Schwarzfelspasses das Konstrukt auf, das den Männern und Frauen des Truppenverbandes Höllensturz seit Tagen den Atem in der Brust stocken ließ.

Der Teufelshäscher.

So eine gewaltige, vor Felmagie nur so schwelende Maschine, hatte auch Ranem noch nie von einem so dichten Standpunkt aus gesehen - und schon gar nicht, auf ihn zukommend. Der Teufelsstahl des Konstruktes glühte Giftgrün aus den Gelenken, aus der Brust, aus dem Kopf. Gewaltige Stacheln ragten aus Knien und Schultern, jeder seiner häusergroßen Füße brachte den Boden meilenweit zum Beben. Ein dröhnendes, ohrenbetäubendes Grollen hallte von der Kreatur ausgehend durch die Schlucht, beantwortet vom Brüllen und Geifern des uneinschätzbar riesigen Dämonenheeres.
Der Paladin hörte sein Herz in der Brust wummern. Seine Atmung hielt er ruhig, bewusst, Atemzug um Atemzug, die beflügelnde, Zuversicht spendende Aura des Lichts über die starrenden, ja zitternden Soldaten ausbreitend. Doch das Hämmern seines Herzens, das vermochte er nicht zu ignorieren. Nur ein Narr fürchtete sich nicht vor dem, was vor ihnen lag. Der Griff um seine Klinge verstärkte sich knirschend.
Komm schon... tritt hinein... tritt hinein...
Eine gewaltige, donnernde Explosion krachte schmetternd durch die Schlucht. Der Häscher röhrte und dröhnte, als sein Fuß in die vorbereitete Fallgrube sackte und der Sprengstoff seiner Aufgabe zuverlässig gerecht wurde. Tosend begann der Sturm aus Magie, Mörsergeschossen und Katapulten, die zeitgleich auf das Konstrukt abgefeuert wurden und dem ohrenbetäubenden Lärm die Spitze aufsetzten.
Jetzt!
"BALLISTEN! FEUER!", brüllte der Paladin aus Leibeskräften den Soldaten an den Geschossen entgegen. Rasselnd lösten sich die Burgketten aus den Halterungen, als die Ballisten ihre Waffen abfeuerten, krachend schlugen sie in die Panzerung des Giganten ein und vermochten sich doch kaum darin zu verankern. Das panische Wiehern der Pferde, die die Karren zogen, hallte kreischend und dem Fluchtwahn verfallend an die Ohren aller, als sie Hals über Kopf überstürzt zu galoppieren begangen und harschen Zug auf die Ketten brachten. Der Häscher schwankte...
Doch seine Armee war schneller. Es wurde unübersichtlich. Ranem konnte sich innerhalb von Sekunden nur noch sekundär um das Geschehen rund um den maschinellen Giganten kümmern und zwang seine Aufmerksamkeit auf die Teufelswachen, Pirscher und Höllenbestien, die auf die Hauptstreitmacht zuströmten.
"Wartet! WARTET! Nicht ausbrechen!" Er hörte das Scharren der Plattenrüstungen, als die Soldaten links und rechts von ihm ihre Schilde hoben. Eine Sekunde, zwei Sekunden...
Krach!
Der Feind hatte sie erreicht. Der Ablauf begann, zu verschwimmen. Parieren, Blocken, Ausweichen, Zustechen.
Das Licht ist mit uns. Das Licht ist mit uns!
Die Dämonen bedauerlicherweise ebenso.
Ranem hörte sich selbst Befehle brüllen, ungewiss, ob sie die Ohren und besonders, den Verstand seiner Streiter erreichten. Er sah Dämonen fallen, er sah Soldaten fallen, die kreischenden, verzweifelten Todesschreie, die in den letzten zwei Wochen viel zu oft in seinem Kopf widerhallten, untermalten die schreckliche, tosende Schlacht. Er wusste nicht mehr, wie lange sie kämpften. Er wusste nicht mehr, wer noch lebte und wer bereits tot war. Er wusste nur noch eins. Standhalten. Nur standhalten. Niemals durchbrechen lassen. Nur standhalten.
Standhalten...

Ein heiseres, gedämpftes Stöhnen rann aus seiner Kehle. Sein Hemd war durchgeschwitzt. Jeder einzelne Muskel, jeder Knochen, jedes Gelenk seines wrackigen Körpers, schmerzte. Zäh wälzte er sich vom Rücken auf die Seite, ein brennendes Stechen ließ ihn erneut benommen Aufstöhnen und wieder zurücksinken. Richtig... Die Giftgalle der Spinnendämonen...
Was war passiert? Er wusste, dass sie durchgehalten hatten. Sie hatten standgehalten. Der Häscher war zuletzt doch gefallen. Das Dämonenheer war zurückgeschlagen. Und doch, seine Erinnerung verschwamm. Seine von kaltem Schweiß feuchte Handfläche tastete nach den Ätzspuren, die sich über seine linke Seite verteilten. Über die Schulter, den Arm. Die Rippen, den Rücken. Sie waren von Kompressen und Verbänden abgedeckt und doch raubte der brennende Schmerz ihm nun den Schlaf.
Der Paladin zwang sich zum tiefen, sammelnden Durchatmen. Benommen und mit verschwommener Sicht sah er hinauf an die Decke. Weit entfernt drangen die Geräusche seiner Mitstreiter an seine Ohren, doch er hörte es kaum. Die schwere, ermüdende Erschöpfung ließ ihn kaum mehr einen Finger rühren. Keinen klaren Gedanken mehr sammeln. So sehr er es auch versuchte, es wollte ihm nicht mehr gelingen. Die letzten Minuten der Schlacht rannen aus seinem Gedächtnis, wie Wasser, das er mit gespreizten Fingern zu schöpfen versuchte.
Das Bild einer Frau schoss ihm durch den Kopf. Mit ihren strahlenden, wunderschönen blauen Augen sah sie zu ihm auf, ein breites Lächeln im Gesicht. Das blonde Haar glänzte wie ein Fluss im Sonnenlicht und umrahmte ihr Gesicht.
Andra...
Eine dumpfe Leere breitete sich in Ranem aus. Ja, sie hatten diese Schlacht gewonnen. Diese eine. Und doch war es nur ein Auftakt. Ein Auftakt in einem Krieg, der wie ein Inferno über ihre Welt rollte und alles niederbrannte, was sich ihm in den Weg stellte. Mit der Leere im Herzen, die ihm schlimmer und schwerer vorkam, als jeder Schmerz, den er körperlich empfinden konnte, fielen dem Mann die Lider langsam wieder zu.

Es war noch nicht vorbei. Noch lange nicht.
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Die Stimme

Beitrag von Tharvyn am Sa Aug 27, 2016 4:13 pm

Die Illidari und die Späherin der kleinen Draenei-Truppe verharrten auf den Klippen. Man konnte sie von Weitem hören. Eine Streitmacht. Dumpf hallten die Schritte der Teufelswachen durch den Pass. Dann kam das Stampfen. Es gab nur eine Kreatur der Legion, die so gewaltvoll den Boden berührte, dass Meilen davon entfernt noch die Erschütterung zu spüren war. Er wartete. Ruhig. Die Gleven bereit. Die Ohren zuckten flüchtig. "Bald... bald..." Anfangs hatte die Stimme fremd geklungen. Ein Eindringling, nötig, aber verhasst. Und dann war sie mit seiner eigenen verschwommen. Er konnte nicht genau sagen, wann. Es spielte auch keine Rolle. "Bald...!" erklang die Stimme erneut, und die Vorfreude auf die bevorstehende Schlacht war unüberhörbar.

Viele der Dämonen waren noch hinter dem Felsen verborgen, für alle, außer für sie. Die Reiter waren bereit. Und dann stürmten sie los. Ein Freudenschrei aus seinem tiefsten Inneren erklang, als er sich vom Felsen herab auf die Dämonen stürzte, seine Gleven in ihr Fleisch bohrte und ihr Blut ringsum um sich verteilte. Ein Schlachtfeld, wie er es liebte.  Die Teufelswache ging krachend zu Boden. "Mehr. MEHR!" Sie waren zahlreich, dicht gedrängt in dieser kleinen Schlucht. Wo eine fiel, war die nächste längst bereit, den Platz einzunehmen. "Entweder sie... oder du. Sie oder du!" fauchte die Stimme, nachdem eine der Teufelswachen ihn am Arm erwischte, und sich grünes Blut mit grünem Blut vermischte. "Sie oder du!" Sie. Viele von ihnen. Alle gingen sie zu Boden. Durch die Reiter. Durch die Todesritter. Durch die Draenei. Durch die Gleven. Es gab keinen Schmerz. Nicht hier und nicht jetzt. Er schlug einfach zu. Immer und immer wieder. Eine tödliche Waffe. Er sah sich selbst. Groß, mit ausgeweiteten Flügeln. Rabenschwarz wie die Nacht.

Und dann saß Sáevire in seiner Unbekümmertheit neben ihm und verband ihn. "So unwissend", raunte die Stimme, bevor sie verstummte.
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